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Berlin: Hertha vs. Bayer: Verfolgung vom Winde verweht

Berlin : Hertha vs. Bayer: Verfolgung vom Winde verweht

Früher endeten Spiele in unteren Ligen mit einem Lamento der Verlierer. Mal fiel der Platz zu einer Seite hin dramatisch ab, oder der noch nicht ausgenüchterte Platzwart wurde beim Schlangen-Linienziehen erwischt.

Solche Ausreden sind ein bisschen Provinz-Folklore. Da ist es überraschend, dass am Wochenende ausgerechnet in der deutschen Hauptstadt heftig Klage über die Unwägbarkeiten des Fußball-Sports geführt wurde.

Die Partie Hertha BSC Berlin gegen Bayer Leverkusen wurde - da waren sich alle Beteiligten auf der Baustelle einig - „vom Winde verweht”. So trennten sich die Wetteropfer 1:1.

„Wir haben eine Chance vertan, aber es kommen weitere, die müssen wir dann nutzen”, blickte Herthas Manager Dieter Hoeneß enttäuscht in den Rückspiegel.

„Wir haben zwei Punkte verloren, weil wir die Chancen in der ersten Halbzeit nicht genutzt haben”, fand Trainer Huub Stevens. Nur Nationalspieler Arne Friedrich nutzte vor dem Wechsel die chronische Schwäche der Werks-Kicker bei Standardsituationen aus (21.).

Dann war Pause, und traditionell wurden die Seiten gewechselt. Und die Gunst der Windunterstützung nutzten fortan Bayers Brasilianer. Immer wieder luchsten die Innenverteidiger Lucio und Juan den Gegenspielern den Ball ab und setzten zur Stampede an.

Die Crux bei dem unbändigen Vorwärtsdrang: Nicht selten beginnt der Sturmlauf ohne die notwendige Absicherung. Immerhin erzielte Juan mit einem Gewaltschuss den Ausgleich (55.).

Dabei blieb es. „Ich bin dennoch zufrieden”, erklärte Klaus Toppmöller. Bis zur Winterpause hat der Trainer des Vize-Meisters nur noch die „Eichhörnchen-Strategie” vorgegeben.

Das Obergeschoss der Tabelle ist außer Sichtweite, „da wollen wir uns bis bis zum Winter aber einen einstelligen Tabellenplatz erkämpfen”. Erst mit komplettem Personal - kurzfristig fielen diesmal Ramelow und Vranjes aus - soll das Feld aufgerollt werden.

Einen Sturmlauf durchs Mittelfeld kündigt Manager Reiner Calmund für die Rückrunde an. Mit stürmischen Zeiten kennen sie sich seit Samstag bestens aus.