Mönchengladbach: Hecking will auf Schalke wieder Fußball spielen lassen

Mönchengladbach : Hecking will auf Schalke wieder Fußball spielen lassen

Es war schon fast ein emotionaler Ausbruch, als Dieter Hecking bereits vor einer Woche sagte: „Wir haben noch eine Rechnung mit Schalke offen.“ Der Trainer von Borussia Mönchengladbach kommt im Regelfall eher als zweibeiniger Kühlschrank daher — was ihm die Fans, besonders wenn es nicht läuft wie zuletzt — allzu gerne vorwerfen.

Da kommt der Besuch auf Schalke (Samstag15.30 Uhr) gerade recht. Dort zelebriert Domenico Tedesco medienwirksam sein italienisches Temperament. Der königsblaue Anhang goutiert dass, weil sie leiderprobt (Warten auf Meistertitel Nr. 8) sich zu einem ergebnisorientierten Publikum entwickelt haben.

Fast könnte man meinen, auch Hecking hätte sich dieser Priorität der Punkte angeschlossen. „Wir wollen morgen ein erfolgreiches Spiel auf Schalke machen, und mehr zählt erstmal nicht.“ Doch diese Nüchternheit ist lediglich dem Thema Europa League geschuldet.

Durch den Sieg gegen Wolfsburg ist Gladbach wieder auf drei Punkte an Platz sieben (Eintracht Frankfurt, Samstag bei den Bayern) herangerückt. Doch nach den schlechten Erfahrungen der vergangenen Wochen will man auf Borussia-Seite offiziell zumindest von derlei Rechnungen nichts wissen. Aber auch davon abgesehen geht es für den Mönchengladbacher Trainer am Samstag nicht nur ums nackte Ergebnis. Das weiß auch Hecking. „Wir müssen unsere fußballerischen Elemente, die man jetzt gegen Wolfsburg wieder gesehen hat, auch morgen zeigen. Wir müssen bei eigenem Ballbesitz mutig sein und nach vorne spielen. Darauf wird es ankommen.“

Leicht verklausuliert drückt auch Max Eberl diesen Anspruch aus. Borussias Sportdirektor will einen Sieg auf Schalke — inklusive guter Haltungsnoten. Er sieht die Mannschaft in der Pflicht zu zeigen, was im Kader steckt. Eberl leidet unter der Diskrepanz zwischen der positiven Qualitätsbeurteilung seiner Spielerschar zu Beginn der Saison und der momentanen negativen Einschätzung. Trainer und Mannschaft können diese Schere in den noch ausstehenden drei Spielen wieder schließen.

Womöglich wird das erleichtert durch eine zusätzliche Motivation. „Die letzten Aufeinandertreffen waren immer enge Spiele, in denen wir uns auch etwas benachteiligt gefühlt haben“, erinnert der Borussen-Coach. Eins aber steht auch bei einem Sieg seiner Gladbacher in der Schalker Arena fest: Auf den Zaun klettern wie Tedesco nach dem Derby-Erfolg wird Dieter Hecking nicht.

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer - Elvedi, Ginter, Vestergaard, Wendt - Hofmann, Kramer, Zakaria, Hazard - Stindl, Raffael

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