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Leverkusen: Grottenschlechte Kölner profitieren von Leverkusens Humanität

Leverkusen : Grottenschlechte Kölner profitieren von Leverkusens Humanität

Wehrlosigkeit und Unvermögen tragen einen Namen: 1. FC Köln. Was die Kicker von der anderen Rheinseite beim 0:2 (0:1) im Derby bei Bayer Leverkusen zum Besten (Schlechten) gaben, dürfte bei weitem selbst für die 2. Liga nicht reichen.

Eine Szene zu Beginn der zweiten Halbzeit steht Pate für das grottenschlechte Auftreten der Kölner. Als Oliver Schröder einen Rückpass auf Torhüter Stefan Wessels spielte, bewegte sich der Ball gefährlich stramm Richtung eigenes Tor. Wessels rettete, prallte dabei aber mit dem Knie so unglücklich gegen den Pfosten, dass die entstandene Risswunde mit vier Stichen genäht werden musste. Alex Bade stand von nun an zwischen den Pfosten.

Dem Gastgeber, der sich insgesamt dem schwachen Niveau der „Geißböcke” anpasste, konnte nur Recht sein, dass Köln es ihm so leicht machte. Mit dem Sieg ist der UEFA-Cup sicher. „Jetzt können wir sogar noch in die Champions League”, formulierte Geschäftsführer Reiner Calmund das neue Ziel. Der Grundstein ist gelegt. Nun bedarf es für die Bayer-Elf am vorletzten Spieltag aber bei Werder Bremen einer enormen Leistungssteigerung, um dort und zum Finale zu Hause gegen den VfB Stuttgart den Traum zu realisieren.

„Ich hoffe, dass die Bremer die ganze Woche lang feiern und wir dort etwas holen. Wir haben noch zwei Endspiele um die Champions League”, stellte Leverkusens Coach Klaus Augenthaler fest. Er ärgerte sich alleine darüber, dass Berbatov den Foulelfmeter verschoss, den Kölns Sinkiewicz an dem Bulgaren verschuldet hatte (85.): „Das war der letzte Elfmeter, den er geschossen hat”, so der Trainer.

Er musste zusehen, wie der etatmäßige Schütze Jörg Butt (23 verwandelte Strafstöße) zunächst nach vorne lief, ehe Kölns Ersatz-Keeper Alexander Bade Berbatovs Kullerschuss parierte. Da war die Begegnung allerdings längst durch Clemens Fritz ersten Bundesligatreffer (20.) und Francas 2:0 (73.) entschieden.

Es war ein Spiel, das Mannschaften spielten, die von der Überlegenheit der Gastgeber aus gesehen zwei Klassen trennten. Kölns Manager Andreas Rettig, an dem der designierte Präsident Wolfgang Overath ebenso noch festhält wie an Trainer Marcel Koller, gestand denn auch ein: „Leverkusen marschiert Richtung Champions League, wir sind abgestiegen. Mehr gibt es nicht zu sagen zu diesem Spiel.”

Wolfgang Overath, der auf der Suche nach einem erfahrenen Torjäger und einem zentralen Abwehrspieler ist, analysierte das Hauptproblem: „Wir sind nach vorne nicht gefährlich, alle bewegen sich aus der Defensive heraus viel zu wenig. Und das Spiel ohne Ball ist überhaupt nicht vorhanden. In Ballbesitz reicht es nur für zwei bis drei Stationen, dann ist der Ball beim Gegner.” Der allerdings ging mit den Kölnern „human” um, wie Augenthaler richtig feststellte.