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Nürnberg: Gladbacher verlängern für Hans Meyer

Nürnberg : Gladbacher verlängern für Hans Meyer

Hans Meyer kann seinen neuen Vertrag beim 1. FC Nürnberg unterschreiben. Sein alter Klub, Borussia Mönchengladbach, verlor bei den Franken 2:5 und schenkte dem Trainer die für eine Verlängerung ausbedungenen Rest-Punkte zum Klassenerhalt.

Meyer hatte seinen neuen „Club” mit einer Viererkette ausgestattet. Was nicht selbstverständlich ist, da er aus Sicherheitsgründen lange Zeit eine Dreier-Version bevorzugt hatte.

Seine Sturmreihe scheint im Training schon mitbekommen zu haben, wie man am einfachsten ein Abwehr-Quartett aushebelt. Nach einem Doppelpass mit Ivan Saenko schob Nürnbergs Torschütze vom Dienst Robert Vittek locker zum 1:0 über die Linie (14.).

Bis dahin hatte sich die Borussia wieder einmal von ihrer - für die Gastgeber - angenehmsten Seite gezeigt: nett mitspielen, ohne wirklich gefährlich zu werden. Dazu gehörte auch, dass Horst Köppel nominell durchaus offensiv aufgestellt hatte.

Mit Sonck, Neuville, Rafael und Jansen tummelten sich vier Stürmer in den Gladbach-Reihen. Doch wenn eine Elf nicht kompakt nach vorn verschiebt, bleibt dies nur ein papiernes Alibi. Und so verströmten die Meyer-Männer zu hundert Prozent mehr Torgefahr als die netten Menschen von Köppel.

Doch für solche Defizite hat das Regelwerk kleine Fluchten vorgesehen. Standard-Situationen werden sie genannt. Mönchengladbach nutzte sie, wie in den letzten Spielen häufiger. Ecke von rechts durch Eugen Polanski, und der frisch in den vorläufigen WM-Kader Portugals berufene Ze Antonio wuchtete den Ball per Kopf zum 1:1 ein (34.).

Nur zwei Minuten später rieben sich die mitgereisten Borussen-Fans gleich zwei Mal die Augen: Peer Kluge, sonst ein Spezialist für zarte Schuss-Versuche, knallte den Ball volley aus 25 Metern an den Pfosten, Sonck setzte den Abpraller ins Netz - ihre Mannschaft führte, auswärts!

Nando Rafael war völlig aus dem Häuschen. Nicht wegen des 2:1, sondern wegen einer Spuck-Attacke von Nürnbergs Mario Cantaluppi. Obwohl selbst Gelb verwarnt, konnte sich der gebürtige Angolaner nicht beruhigen und wurde zum Eigenschutz in der Kabine gelassen.

Dafür kam Hassan El Fakiri. Und der große Auftritt von Kasey Keller: Nach einem Schwälbchen von Dominik Reinhardt anlässlich eines Hautkontaktes mit Jansen parierte Borussias Torhüter den Strafstoß von Vittek (54.). Das 2:2 war Jan Polak vorbehalten, der eine Flanke von Saenko in den Rücken der Gäste-Abwehr einschoss (59.).

Sechs Minuten später war die Staun-Phase der Borussen-Anhänger endgültig beendet: Vittek köpfte zur Gladbachs obligatorischen Auswärts-Niederlage ein (65.). Saenko (86.) und Kießling machten das Desaster perfekt (88.).