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Freiburg: Gladbach vergibt Vielzahl an Chancen

Freiburg : Gladbach vergibt Vielzahl an Chancen

Wenn eine Mannschaft zehn Torchancen hatte und der Gegner nur fünf, wenn man mit einem Eckenverhältnis von 8:5 vom Platz geht und doch mit 1:4 Toren unter die Räder gekommen ist - fehlte dann das Glück, mangelte es an Cleverness, war da Unvermögen im Spiel? So richtig beantworten konnte das am Samstag niemand bei Borussia Mönchengladbach.

„Es gibt Tage, da braucht man nur den Fuß hinhalten, und andere, an denen einfach nichts geht”, rätselte Borussen-Stürmer Joonas Kolkka nach dem Debakel beim SC Freiburg, und VfL-Verteidiger Jeff Strasser motzte: „Wir haben das Spiel über weite Strecken kontrolliert. Aber nur wer die Tore schießt gewinnt. Das ist brutal und kriminell - aber das weiß jeder Fußballer.”

Strasser gehörte zu jenen Borussen, die nicht ganz unbeteiligt daran waren, dass der Sportclub mit beinahe hundertprozentiger Chancenverwertung eine Top-Quote erzielte. Aber das was im Borussen-Sturm passierte - da hat Strasser völlig recht - war indiskutabel.

Mittelstürmer Morten Skoubo hätte alleine so viele Tore erzielen können wie die Freiburger Torschützen Bajramovic (2), Zeyer und Iaschwili es gemeinsam getan haben. „Ich habe den Ball nicht reingeschossen”, erkannte der Däne in der Analyse treffend. Warum nicht? „Keine Ahnung!”

Skoubo saß da keinesfalls alleine im Boot der Deprimierten. Marcel Ketelaer war nach einem Foul von Zkitischwili an Ulich wie von der Tarantel gestochen in den Strafraum gerannt, hatte sich den Ball geschnappt und den fälligen Elfmeter geschossen - am rechten Pfosten vorbei. Trainer Ewald Lienen konnte es nicht fassen: „So ein Spiel zu verlieren - das habe ich als Trainer noch nicht erlebt.”

Zwei Schuldige hatte der 49-Jährige in der ersten Halbzeit schon ausgemacht. Igor Demo, der Bajramovic bei dessen erstem Treffer vergessen hatte, und Sladan Asanin, der nichts dagegen gehabt hatte, dass Freiburgs Ellery Cairo vor Zeyers 3:0 mit dem Ball über die rechte Außenbahn tanzte, mussten zwei Minuten vor der Halbzeitpause unter die Dusche - die Höchststrafe.

„Das Tor nehme ich auf meine Kappe, ich war dort eingeteilt”, war Demo immerhin einsichtig. Über den ungewöhnlichen Zeitpunkt seiner Auswechslung wollte er lieber nichts sagen. Auf das Donnerwetter seines Trainers musste sich der Slowake ohnehin gefasst machen.

„Was ich meinen Spieler zu sagen habe, sage ich ihnen persönlich”, zischte Lienen in der Pressekonferenz, stieg schnellstens in den Flieger in Richtung Köln und flog zur Geburtstags-Gala der Liga - zum Feiern war ihm nicht zumute.

Die Mannschaft fuhr ohne ihren Trainer zum Abendessen in den Schwarzwald. Sie hatte Zeit zum Nachdenken. „Noch vor zwei Wochen war alles komplett anders, wir haben Bremen dominiert und sind hinten sicher gestanden”, ärgerte sich Joonas Kolkka, „ich verstehe das nicht. Das Team ist fit, wir trainieren gut, aber uns fehlen die Punkte.”

Zwei punktspielfreie Wochen habe die Borussen nun Zeit, dem verlorenen Torriecher auf die Schliche zu kommen.

Erkannt hat dagegen Freiburgs Doppel-Torschütze Zlatan Bajramovic bereits den Ursprung der neuen seines Klubs: „Heute haben wir so gespielt wie Bayern München an einem schlechten Tag. Wenn sie nur eine Chance haben, machen sie die auch rein.”