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Mönchengladbach: Giovane Elber: Alles oder Nichts

Mönchengladbach : Giovane Elber: Alles oder Nichts

Giovane Elber sprintet bis zur Tor-Auslinie, schlägt eine mustergültige Flanke in den Strafraum und jagt den Ball noch selbst per Fallrückzieher in den Winkel.

José Antonio degradiert die Gegenspieler zu Fahnenstangen und dribbelt nach schier körperloser Balleroberung bis in den gegnerischen Strafraum; Kasper Bögelund ist bei seinen Vorstößen auf der rechten Seite so schnell, dass ihm der Schweiß auf der Stirn gefriert; Niels Oude Kamphuis fordert so energisch jeden Ball, dass seine Mitspieler gelangweilt ins Gras sinken und Kunststoff-Blümchen pflücken.

Soweit der Ausflug in den Borussen-Park der Träume. Der reale Trainingsauftakt in Mönchengladbach sah „etwas” weniger spektakulär aus. Zwar schoss beim Trainingsspielchen auch Torjäger Elber sein Törchen, aber nicht das erste der neuen Spielzeit (Polanski). Und über die Fähigkeiten eines Bögelund, Antonio und Oude Kamphuis (vor) zu urteilen, verbietet sich beim eher lockeren Start in die trainingsintensive Vor-Spielzeit.

Borussias „Quälix”

Das wird nicht so bleiben. Dafür steht der neue „Quälix” Uwe Speidel. Die mehr als strammen Waden des Konditionstrainers verheißen den Profis nichts Gutes. Es sei denn, es fänden sich sensationeller Weise Lauf-Liebhaber unter ihnen. „Das finde ich gut”, ist der ebenfalls neue Co-Trainer Jörn Andersen mit der dreigeteilten Arbeitsweise einverstanden. „In England, Italien oder Spanien - überall machen sie es so. Als Trainer kannst du dann viel mehr beobachten.”

Weniger gut findet der ehemalige RWO-Coach die Spekulationen, ob er denn auf den Sessel seines neuen Chefs Horst Köppel scharf sei. „Die Frage stellt sich nicht. Das möchte ich der Presse verbieten.” Irgendwie süß, dieses Unterfangen.

Da ist man direkt erleichtert, dass nicht auch noch Giovane Elber ein heißes Thema verbieten möchte - das seiner Berufsfähigkeit. „Ich will es jetzt wissen. Entweder ich packe es noch mal in der Bundesliga oder nicht. Das wird sich in den nächsten Wochen entscheiden.”

Fürs erste heißt sein Urteil über sein erstes offizielles Training, nach den operativen Entsorgungsarbeiten am operierten Schien- und Wadenbein: „Es war sehr gut, muss aber besser werden. Die Platte ist raus. Jetzt muss sie nur noch aus dem Kopf raus.”

Damit spielt der Brasilianer aber nicht auf eine neue Operationsmethode an, sondern meint die mentale Bremse, die die Rückkehr zu alter Form erschweren oder gar unmöglich machen kann. „Er läuft noch nicht rund, aber runder”, ist Horst Köppel optimistisch.

Peter Pander ist da weniger einfühlsam: „Entweder es geht oder nicht.” Die Devise des Sportdirektors lässt sich auf den Transfer des noch fehlenden zweiten Innenverteidigers übertragen.

Thomas Helveg (34), dänischer Abwehrspieler im Dienste des Premier-League-Absteigers Norwich City, wird nur verpflichtet, wenn er ablösefrei ist. „Er ist ein Führungsspieler. Aber Norwich will eine halbe Million. Das ist zuviel”, erklärt der Manager.

Für Marek Heinz wäre das zu wenig. Nur wenn der Tscheche verkauft wird, kann noch ein torgefährlicher Mittelfeldspieler geholt werden. „Er hat zwei Millionen Euro gekostet. Wenn ein Angebot kommt, ist das sofort ein Thema. Ansonsten aber muss sich der liebe Marek halt durchsetzen.”