Mönchengladbach: Gibt Bayern die Vorlage zu Mönchengladbachs Meister-Spiel?

Mönchengladbach: Gibt Bayern die Vorlage zu Mönchengladbachs Meister-Spiel?

Und dann sorgte Lucien Favre doch noch für Erleichterung: „Sie haben auch ein paar Schwächen.” Bis dahin hatten die Zuhörer im Presseraum von Borussia Mönchengladbach immer mehr den Eindruck, die Spieler des Schweizer Trainers würden in Dortmund gegen die deutsche Version des FC Barcelona antreten.

Von unbesiegbar kann man bei der spanischen Übermannschaft nicht mehr reden, nachdem sie in London an der blauen Mauer Chelseas zerschellt sind. Umso mehr gilt für die Zöglinge von Jürgen Klopp: Auch sie sind nur Menschen. Doch das Defensiv-Hardcore der „Blues” kommt als Grundhaltung für Favre nicht in Frage. „Wir müssen beim Verteidigen ruhig bleiben - und beim Ballkontakt sehr, sehr gut.”

Mut macht dabei, dass Marco Reus im letzten Spiel gegen Köln nicht nur nach vorne überragend war. Seit langer Zeit eroberte der 22-Jährige wieder mehrere Bälle im gleichen Tempo, durch das er normalerweise in seinen Offensiv-Aktionen besticht. Womöglich stellt sich der Noch-Borusse bereits auf seinen neuen Arbeitsplatz ein. Denn genau so arbeiten auch die BVB-Profis.

Keiner von Klopps Abteilung Attacke kann es sich erlauben, sich nur auf Sturm und Drang zu konzentrieren. „Ihr Pressing ist sehr gefährlich”, warnt Lucien Favre. Vor allem dadurch, dass es in höchstem Tempo geschieht.

Sein bester Angreifer knickte allerdings am Donnerstag beim Training um. Am Freitag konnte er nicht trainieren, sein Einsatz entscheidet sich am Samstag. Auf keinen Fall dabei ist Igor de Camargo. Der Stürmer fällt mit einem grippalen Infekt aus. Den verletzten Roman Neustädter (Bänder- und Kapselverletzung) wird wie gegen den 1. FC Köln Tony Jantschke ersetzen, da Thorben Marx nach seiner Meniskus-OP noch nicht zur Verfügung steht.

In der neuen Saison könnte Granit Xhaka die Sechser-Position neben Harvard Nordtveit einnehmen - wenn sich der FC Basel und Borussia auf eine Ablöse einigen. Der 19-Jährige und Sportdirektor Max Eberl sind sich schon länger einig. Nun werden die Schweizer versuchen, möglichst viel - in zweistelliger Millionenhöhe - von den Reus-Millionen zu erfeilschen.

Dass ausgerechnet Reus den Dortmundern die Meisterschaftsfeier an diesem frühen Abend verdirbt, ist immer noch möglich. Allerdings auch, dass die erfolgreiche Titelverteidigung selbst bei einer Tor-Gala des zukünftigen BVB-Stürmers ab 20.15 Uhr gefeiert werden kann.

Wenn Bayern München in Bremen nicht gewinnt, könnten Klopp & Co. bereits um 17.15 Uhr mit den obligatorischen Bierduschen beginnen. Allerdings mit geschlossenem Mund: Neben den 90 Minuten gegen die andere Borussia sind am Ende des Spiels auch die Dopingproben unumgänglich.