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Köln: Gestatten: Voronin - „mit V”

Köln : Gestatten: Voronin - „mit V”

Die freudige Botschaft erreichte Andreas Rettig am Sonntagmorgen kurz nach dem Frühstück.

Andrej Voronin, Topstürmer des FSV Mainz 05, gab dem Manager des 1. FC Köln das feste Versprechen, ab der neuen Spielzeit seine Künste beim FC zu zeigen.

Der ukrainische Nationalspieler ist ablösefrei und wird sein Autogramm unter einen Zweijahresvertrag setzen. Es sei denn, der Klassenprimus des Profi-Unterhauses verspielt die Rückkehr in die vornehme Erstligagesellschaft noch. Daran verschwendet der 23-Jährige freilich nicht den kleinsten Gedanken.

Im Gegenteil: „Der FC ist ein aufstrebender Verein mit Perspektive. Dort ist bestimmt vieles möglich”, erklärte der bisher 18-fache Saison-Torschütze nicht ohne einen Anflug von Pathos. Leicht ist ihm der avisierte Trikotwechsel nicht gefallen: „Das war eine ganz schwierige Entscheidung für mich.”

Köln kann gegen RWO
auf Springer zurückgreifen
Dass Voronin, der übrigens betont, dass er „V” und nicht mit „W” geschrieben wird, bei seiner Wahl für Köln von Bauchschmerzen geplagt wurde, empfindet Rettig im übrigen als ziemlich sympathischen Zug. „Das zeigt, dass der Junge eine gewisse Bodenständigkeit hat.”

Abgesehen von charakterlichen Vorzügen schätzt Rettig natürlich insbesondere die sportlichen Talente des jungen Mannes, der vor zwei Jahren für 38 000 DM von Mönchengladbach nach Mainz gewechselt war und dessen aktueller Marktwert auf rund drei Millionen Euro geschätzt wird: „Er hat überragende Leistungen gezeigt. Das gilt auch für die internationale Ebene. Gegen Griechenland und Spanien hat er zuletzt ausgezeichnete Länderspiele abgeliefert.”

Logisch, dass auch Friedhelm Funkel ziemlich zufrieden in die Welt schaute: „Andrej ist jung, schnell, torgefährlich und ablösefrei”, erklärte der FC-Coach. Trotz der Begeisterung über den künftigen Mitarbeiter vergisst Funkel keineswegs die Aktualität: Heute geht es gegen RW Oberhausen darum, einen weiteren Schritt zum Aufstieg zu tun.

Markenzeichen der Rot-Weißen sind eine bemerkenswerte Heimstärke, und eine ebenso chronische Auswärtsschwäche. Den FC-Sportlehrer, der auf den genesenen Christian Springer zurückgreifen kann, interessiert die Statistik indes nicht: „Das ist ein unangenehmer Gegner, der über viele große und robuste Spieler verfügt. Da müssen wir von Beginn an zeigen, wer Herr im Hause ist.”