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Aachen: Funkels Pfund: Ein ausgeglichener Kader

Aachen : Funkels Pfund: Ein ausgeglichener Kader

Die Ehrenrunde liefen die anderen. Das 0:0 auf dem Tivoli war für den 1. FC Köln kein Grund zum Jubeln. Aber arrangieren konnten sich die „Geißböcke” mit dem Unentschieden schon.

„Ich bin kein Fantast”, rückte FC-Trainer Friedhelm Funkel mal wieder die Verhältnisse zurecht. „Es ist doch nicht realistisch, dass wir durch die Liga marschieren, wie es die Kölner Öffentlichkeit von uns erwartet.” Funkel will den ganz großen Druck von seiner Mannschaft nehmen - was aber kaum zu schaffen ist.

Von der Anlage her wurde in diesem Mittelrhein-Derby der Unterschied zwischen einem Aufstiegskandidaten und einer Mittelklasse-Mannschaft sichtbar.

Während der FC zumindest zeitweise eine - für Zweitliga-Verhältnisse - gehobene Spielkultur aufblitzen ließ, hatte die Alemannia dem ausschließlich Kampf entgegen zu setzen. „Was ich auch so erwartet hatte”, sagte Funkel.

„Wir haben uns einige Tormöglichkeiten erspielt, die wir leider nicht genutzt haben. Unter dem Strich bin ich zufrieden.” Die drei Aluminiumtreffer von Kioyo, Lottner und Scherz hatte der 48-Jährige dabei vor allem im Hinterkopf. Doch Funkel hielt sich erst gar nicht am Hätte und Wenn auf. „Sieben Punkte aus drei Spielen, das ist in Ordnung.”

Der oberste FC-Übungsleiter setzt dabei vor allem auf die Ausgeglichenheit innerhalb seines Kaders. Die Konsequenz aus dieser Tatsache ist allerdings nicht für jeden Spieler angenehm: Für Funkel ist fast jeder Kölner Kicker austauschbar.

Das hat zur Folge, dass die „Geißböcke” im dritten Spiel zum dritten Mal mit einer veränderten Aufstellung starteten. Funkel setzt offensichtlich auf den Personalwechsel als konstante Größe. „Ich habe viele Spieler, die gut trainieren”, sagt der Trainer. „Das eröffnet mir taktische Möglichkeiten, die ich auch weiterhin nutzen werde.”

Am Montag hatte es neben Markus Kurth ebenso kurzfristig wie überraschend auch Markus Happe erwischt. Was der Trainer nicht als Abstrafen des Neuen, dessen Verpflichtung in der Domstadt nicht ganz unumstritten ist, für die zuvor ausgemachten Unsicherheiten in der FC-Innenverteidigung verstanden wissen wollte. „Im Pokal in Wolfsburg spielt der Markus wieder. Ich hatte hier ausschließlich taktische Gründe. Cullmann und Sichone passten gegen Ivanovic und Spizak einfach besser.”

Insgeheim mag Friedhelm Funkel das Unentschieden sogar in den Kram gepasst haben. Um Selbstgefälligkeit im Umfeld und Spannungsabfall bei dem einen oder anderen Spieler gar nicht erst aufkommen zu lassen. „Wir müssen konzentriert weiterarbeiten, wenn wir es schaffen wollen.” Um spätestens am 25. Mai 2003 die Rückkehr in die Bundesliga zu feiern. Mit Ehrenrunden.