Köln: Für Trauerarbeit bleibt dem FC-Kader keine Zeit

Köln: Für Trauerarbeit bleibt dem FC-Kader keine Zeit

Nach dem späten Ausgleich hatte FC-Trainer Holger Stanislawski ein Engelchen auf der einen und einen kleinen Teufel auf der anderen Schulter sitzen: „Ich weiß nicht, ob ich mich jetzt freuen oder ärgern soll”, bekannte der 43-Jährige nach dem späten Tor gegen seine Mannschaft durch Mohamadou Idrissou, das drei Minuten vor dem Ende der Partie gegen den 1. FC Kaiserslautern den fast schon greifbaren Sieg in ein Unentschieden verwandelte.

Nach der frühen Führung durch die „Roten Teufel”, Alexander Baumjohann hatte aus 20 Metern unbedrängt abziehen können (8.), drehte der 1. FC Köln die Partie und ging durch Treffer von Chihi (Foulelfmeter/23.) und Christian Clemens (43.) in Führung. Idrissou glich erneut aus (60.), und auch der Premieren-Treffer von Daniel Royer (73.), der das 3:2 markierte, hatte keinen Bestand bis zum Schlusspfiff.

Doch unabhängig vom späten Rückschlag, der den Sprung des Bundesliga-Absteigers ins obere Tabellendrittel verhinderte, sah auch Gäste-Trainer Franco Foda „ein tolles Spiel, und die Fans waren begeistert”. Stanislawski befand, dass „jeder, der im Stadion war, dieses Spiel auch verdient hat”. Allerdings mit einer kleinen Einschränkung aus eigener Perspektive: „Jede Woche muss so eine Partie allerdings nicht sein, sonst habe ich irgendwann keine Stimme mehr.”

Was Stanislawski allerdings restlos zufriedengestellt haben dürfte, war der Auftritt seines offensiven Kollektivs: Die rochierenden Adil Chihi, Daniel Royer und Christian Clemens wirbelten die Lauterer Defensive durcheinander, Anthony Ujah im Sturmzentrum gab mit unermüdlichem Einsatz die An- und Abspielstation im Sturm und lief gleichzeitig die Lücken in der Defensive zu. „Heute war es Leidenschaft pur”, befand anschließend Daniel Royer.

Weniger erfreulich an diesem „Engelchen-und-Teufelchen-Tag” dürften allerdings die kurzen Aussetzer in der Defensive gewesen sein, die ein Gegner mit der Klasse der Pfälzer Gäste ziemlich gnadenlos ausnutzte, so dass drei eigene Treffer unter dem Strich nicht zum Sieg reichten. „Wir hätten heute als Gewinner vom Platz gehen können”, meinte der eingewechselte Sascha Bigalke, der die Vorarbeit zum dritten Kölner Treffer mit einer präzisen Flanke geleistet hatte. „Wir haben jetzt fünf Spiele nicht verloren. Das zeigt, dass in uns mehr Potenzial steckt, als das der Tabellenplatz aussagt.”

Viel Zeit, den verlorenen zwei Punkten nachzutrauern, bleibt den FC-Profis nach dem kampfbetonten und laufintensiven Ligaspiel allerdings nicht: Bereits morgen sind die Spieler im DFB-Pokal bei Wormatia Worms wieder gefragt. Und der Regionalligist hat in der Auftaktrunde immerhin Hertha BSC eliminiert.

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