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Mönchengladbach: Forssell: „Ich glaube, ich kann Borussia helfen”

Mönchengladbach : Forssell: „Ich glaube, ich kann Borussia helfen”

Wenn die Bundesliga zum Glücksspiel wird: Zwei Möglichkeiten besaß am Donnerstrag Borussia Mönchengladbach, das neue Trikot des zukünftigen italienischen Ausrüsters Lotto (Fünf-Jahresvertrag ab der Saison 2003/2004) mit Leben zu erfüllen.

Die eine aber saß am Mittag im Mega-Stau auf der A 44 bei Jülich fest, ein weibliches Modell.

Die andere ist männlich, aber im August auch schon kein Borusse mehr: Mikael Forssell, Gladbachs Leihstürmer vom FC Chelsea, musste zudem am Nachmittag erst noch zu einer letzten Untersuchung nach Düsseldorf, bevor es endgültig grünes Licht für das viermonatige Engagement des Finnen am Bökelberg gab.

„Ich bin unheimlich froh, dass wir nun eine Alternative besitzen”, freute sich Trainer Hans Meyer. Bereits am Samstag gegen den VfL Wolfsburg sitzt der Stürmer auf der Bank.

Neben ihm Arie van Lent, Gladbachs „Reha-Stürmer” Nummer 2. Beide sind „klassische” Mittelstürmer (Hans Meyer), aber dennoch nicht unbedingt rein alternativ zu sehen. „Warum sollte ich sie nicht als Doppel-Spitze reinbringen”, fragt der Borussen-Coach.

Die Abkehr von seinem heiß geliebten 4-3-3-Erfolgssystem dürfte ihm um so leichter fallen, als von starken Außenstürmern derzeit kaum die Rede sein kann.

Dafür aber erhält die Abteilung Kreativität eine deutliche Aufwertung: Markus Münch, Ivo Ulich und Peer Kluge sind wieder im Kader. Und auch wenn Münch und Ulich noch Trainingsrückstände besitzen, dürften sie wohl in der Startelf stehen.

Bernd Korzynietz und Jeff Strasser oder Steffen Korell müssen dafür weichen. Wobei Letzterer am wahrscheinlichsten ist: Korell plagt sich derzeit mit Schmerzen im operierten Knie rum und absolvierte nur Lauftraining.

Schmerzfrei ist dagegen Neuzugang Forssell. Nach überstandenem Knorpelschaden im Knie und anderthalb Spielen in der Chelsea-Reserve fühlt sich der 21-Jährige „wieder richtig gut. Ich brauche noch zwei, drei Wochen. Aber ich glaube: Ich kann Borussia helfen.”

Eine unbekannte Größe ist der Traditionsklub für den Finnen nicht: Der in Steinfurt/Westfalen geborene Skandinavier ist zwar schon mit einem Jahr nach Finnland zurückgekehrt. Doch sein Vater, der in Steinfurt für eine finnische Papierfabrik arbeitete, versorgte ihn stets mit Video-Kassetten.

„Ich kann mich noch genau an Uwe Rahn erinnern, und dass er in einer Saison 26 Tore erzielt hat.” Sein Deutsch lernte er in der deutschen Schule in Helsinki. Der Grund: Bayer Leverkusen hatte ein Auge auf ihn geworfen. Doch dann verschlug es ihn doch auf die „Insel”.

Das gute Image der Borussia half beim Sprung zurück von London auf den Kontinent und an den Niederrhein. Denn auch Celta Vigo wollte Forssell als Saisonarbeiter.

Mittelfeldspieler Benjamin Schüssler wechselt bis zum Ende der Saison 2003/2004 zum Regionalligisten VfL Osnabrück.