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Cottbus: Feuerwerk im Energie-Stadion

Cottbus : Feuerwerk im Energie-Stadion

In Cottbus gibt es eine Saarbrücker Straße (Saarbrückna drogna) und eine Gelsenkirchener Straße (Gelsenkirchna drogna). Eine „Aachenna drogna” wird es nach dem Auftritt der Alemannia beim FC Energie voraussichtlich nicht geben.

Die Schwarz-Gelben lieferten dem Pokal-Halbfinalisten einen heißen Kampf und mussten sich trotz dreier Auswärtstore vor 8540 Zuschauern mit einem Remis zufrieden geben. „Ich muss mir immer wieder vor Augen halten, wir sind eine junge Mannschaft und bringen das nicht über die Zeit. Das werden wir schaffen, vielleicht in ein paar Wochen, vielleicht erst in ein paar Monaten”, zog Trainer Peter Hyballa sein Fazit.

Seine Schützlinge hatten losgelegt wie die Feuerwehr: Die Volley-Abnahme von Tolgay Arslan konnte Energie-Keeper Rene Renno gerade noch parieren (3.), der Schuss von Manuel Junglas strich noch knapp am Giebel vorbei (4.). Doch nur vier Minuten später lag die Alemannia in Führung. Kevin Kratz bekam auf halblinks den Ball, schien nicht recht zu wissen, wen er anspielen kann - und zog aus 25 Metern ab. Renno kam zwar noch mit den Fingern dran, doch der Ball zappelte im Netz.

Die Hausherren, seit sechs Spielen im eigenen Stadion ungeschlagen, klappten das Visier hoch und antworteten mit wütenden Angriffen. Ein Schüsschen von Nils Petersen trudelte am Tor vorbei, ein weiterer Versuch wurde von David Hohs pariert. Doch gegen den Knaller von Uwe Hünemeier war der 22-Jährige dann machtlos. Ausgleich nach 22 Minuten.

Unbeeindruckte Aachener

Die Alemannia machte dennoch unbeeindruckt weiter Druck - und wurde belohnt: Nach einer Ecke von Zoltan Stieber fiel Mirko Casper der Ball im Strafraum vor die Füße, sein Schuss wurde geblockt, doch den zweiten Versuch hämmerte Kapitän Benny Auer humorlos aus drei Metern in den Winkel zur erneuten Führung (29.). Die Freude der mitgereisten 150 Alemannia-Fans währte allerdings nicht lange. Manuel Junglas vertändelte vor dem eigenen Strafraum den Ball, der Schuss von Roger wurde von Tobias Feisthammel abgefälscht und senkte sich unhaltbar über Hohs ins Netz. 32. Minute, erneuter Ausgleich.

Doch wieder setzte die Alemannia einen Volltreffer. Eine Ecke von Kevin Kratz landete am rechten Strafraum-Eck bei Arslan, der seinem Kapitän quasi gegen den Kopf schoss. Saisontreffer Nummer 13 für Benny Auer (45.+1), 3:2-Führung für die Alemannia. Absolute Stille im Stadion, wütendes Toben auf der Cottbuser Trainerbank.

Im zweiten Durchgang machten beide Teams da weiter, wo sie nach den ersten 45 Minuten aufgehört hatten. Ein Schuss des Ex-Alemannen Daniel Adlung pfiff nur knapp am Kasten von Hohs vorbei (57.), eine Aktion von Radjabali-Fardi gegen Petersen löste zwar wütende „Hoyzer, Hoyzer”-Rufe des Publikums, aber keinen Pfiff von Schiedsrichter Robert Kempter aus. Mit dem knappen Vorsprung im Rücken lauerten die Aachener auf die entscheidende Konterchance gegen weiter attackierende Hausherren, die sich aber dank verbesserter Abwehrleistungen des Hyballa-Teams zunächst keine klare Torchance mehr erspielen konnten.

Bilal Cubukcu brachte Auer in Stellung, der satte Schuss des Kapitäns strich jedoch knapp am Tor vorbei (78.). Alemannia kontrollierte das Geschehen, nutzte die Räume nicht - und musste nach einem Standard durch einen Kopfball von Emil Jula doch noch den Ausgleich hinnehmen (83.). „Ich verpasse den Zeitpunkt zum Absprung, werde weggeblockt, und Jula kann einköpfen”, schilderte Tobias Feisthammel die Situation.

Einen Punkt errungen, oder zwei Punkte verloren? „Wir schießen ungeheuer viele Tore, aber bei den Standardsituationen fehlen der Mannschaft im Schnitt zehn Zentimeter”, ärgerte sich Sportdirektor Erik Meijer. „Wenn du auswärts drei Tore schießt, musst du auch als Sieger vom Platz gehen.”