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Wegberg-Beeck: FC Wegberg-Beeck: Gegen Essen setzt Henßen auf den Faktor Zeit

Wegberg-Beeck : FC Wegberg-Beeck: Gegen Essen setzt Henßen auf den Faktor Zeit

Dem Aufsteiger droht das halbe Dutzend. Wenn der FC Wegberg-Beeck am Freitagabend (19.30 Uhr) in der Fußball-Regionalliga an der Hafenstraße bei Rot-Weiß Essen antritt, dann wäre es nur normal, die nächste Niederlage einzuplanen.

Andere Erwartungen, die man als realistisch bewerten würde, verbietet die bisherige Bilanz: fünf Spiele, fünf Niederlagen, 2:24 Tore. Schlimmer hätte es den Neuling kaum treffen können.

Und jetzt geht es in eine andere Dimension. RWE, ein Klub, der Tradition ohne Ende mit sich herum schleppt, ein neues Stadion mit einem Fassungsvermögen von 18.000 Zuschauern, fast 10.000 Fans pro Heimspiel, die von ihren Lieblingen erwarten, dass sie im oberen Tabellendrittel kräftig mitmischen. Diese Aufgabe erscheint für das punktlose Schlusslicht unlösbar. Doch Friedel Henßen hat eine andere Perspektive. „Das wird für uns ein ganz einfaches Spiel“, sagt der Teamchef. „Wir haben in Essen nichts zu verlieren.“

Taktisch wird das Beecker Gastspiel in der Ruhrmetropole kaum Überraschungen bieten. „Wir werden sicherlich nicht vorne angreifen“, verrät Henßen. Allerdings soll es nicht ganz so defensiv werden, wie beim 0:5 in Rheydt bei Borussia Mönchengladbach II, als im Verlauf der zweiten Halbzeit fast alle Dämme brachen. „Da standen wir zu tief“, analysierte Beecks Sportchef.

Henßen setzt auf den Faktor Zeit. Da die Essener in vier Spielen auch erst vier Punkte gesammelt haben, herrscht an der Hafenstraße alles andere als Euphorie. Hinten so lange wie möglich dicht halten und darauf hoffen, dass die Gastgeber nervös werden — und dann vielleicht den einen oder anderen Konter setzen und zunehmend mehr Sicherheit ins eigene Spiel bringen: So dürfte der Matchplan des Trainergespanns aussehen.

Mehr Stabilität sollen die Neuen bringen. Patrick Nettekoven, so Henßen, sei in jedem Fall eine Bereicherung. Zumal Stefan Zabel wegen eines Bandscheibenvorfalls noch mindestens drei, vier Wochen nicht zur Verfügung steht. „Er ist mit 28 Jahren im besten Torwartalter“, betont Henßen. „Und er spricht mit den Vorderleuten.“ Und die Kommunikation auf dem Platz ist bisher einer der größten Mängel im Beecker Team.“ Dann wären da noch David Azin und Sahin Dagistan. „Bei Azin sieht man im Training seine Qualität. Er wird uns in den nächsten Wochen definitiv helfen“, hat der Teamchef beobachtet. Und Dagistan ist der einzige klassische Stürmer im Kader. „Der macht die Tore, wenn er die Gelegenheit dazu hat.“ Die hatte er bisher allerdings nicht.

„Dass RWE eine Top-Mannschaft ist, darüber brauchen wir nicht reden“, sagt Henßen. „Aber Spiele wie dieses sind ein Grund dafür, dass wir aufsteigen wollten. Wir wollen uns mit diesen Traditionsvereinen messen.“ Eines befürchtet der Team-Chef nicht: fehlende Motivation. „Bei jedem ist die Vorfreude trotz unserer Situation groß“, hat er in den letzten Tagen festgestellt. Jetzt gilt es, diese Vorfreude in Leistung umzusetzen.

Personell steht Friedel Henßen der Kader bis auf Keeper Stefan Zabel und den langzeitverletzten Maurice Passage zur Verfügung. Darunter auch Malick Bolivar, der keinen neuen Verein gefunden hat und in Henßens Spielerkreis zurückgekehrt ist.