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Köln: FC: Gegen Paderborn nur ein 1:1

Köln : FC: Gegen Paderborn nur ein 1:1

Die Aussage des Trainers passte so gar nicht zur farblosen Wirklichkeit des 1. FC Köln: „Ich habe insgesamt einen deutlichen Aufwärtstrend meiner Mannschaft gesehen”, deutete Christoph Daum das höchst bescheidene 1:1 (1:1) gegen den SC Paderborn. Dabei verriet auch Daums Mimik ein anderes Seelenleben: Der Trainer machte einen schwer angeschlagenen Eindruck, die Gesichtsfalten wirkten viel tiefer und ausgeprägter als vor wenigen Wochen.

Diesen Aufwärtstrend zu definieren, fiel dem Coach schwer und erinnerte ein wenig an Loriots Sketch, in dem der Teppichverkäufer einem Ehepaar Teppiche in allen möglichen Grautönen verkaufen will, um „Farbe” in die Wohnung zu bekommen; dunkelgrau, mausgrau, hellgrau - aber eben doch nur tristes Grau. Haften blieb nur ein Argument des Trainers: „Positiv ist, dass die Mannschaft nach dieser turbulenten Woche das 0:1 weggesteckt hat, zurückgekommen ist und den Ausgleich erzielt hat.”

Die frühe Paderborner Führung, das erste Highlight der Partie, durch einen 30-Meter-Hammer von Garry de Graf (18.) glich der seit September 2006 erstmals wieder von Beginn an agierende Patrick Helmes per Kopfball aus (25.). Aber das war´s auch schon und belegt nicht unbedingt die These vom „deutlichen Aufwärtstrend”. Dumm für ein paar Tausend Fans, die die erste Halbzeit boykottierten und vor dem Stadion ausharrten. Sie verpassten mit Helmes´ Treffer das einzige Highlight einer erneut armseligen FC-Vorstellung.

Ein paar andere „Fans” werden mehr verpassen als diese erste Halbzeit, weil sie Stadionverbot erhalten sollen: Rund 30 Personen störten am Samstag das nichtöffentliche Abschlusstraining auf einem Nebenplatz am Geißbockheim so empfindlich, dass der FC gegen sie vorgehen will.

„Wir müssen uns auch einmal in Demut üben und diesen Punkt als gewonnenen Punkt annehmen”, gab Manager Michael Meier kleinlaut zu Protokoll, nachdem Paderborns Trainer Holger Fach sich zu Recht mitten in die Daum´sche „Aufwärtstrend-und-FC-Chancen-Analyse” als Zwischenrufer eingemischt hatte: „Was die Tormöglichkeiten betrifft, darf ich nur an die 90. Minute erinnern.” Da nämlich hielt alleine Kölns Keeper Stefan Wessels den einen Punkt fest, als er einen strammen Schuss des gerade erst eingewechselten Ex-Kölners Thomas Bröker gekonnt parierte - das dritte Highlight in einer Partie, in der sich Paderborn nie versteckte und zum vierten Mal in Folge auswärts ohne Niederlage blieb, während Köln nie wirkliche Akzente setzen konnte.

Dabei hatte Daum mit Matip, Mitreski, Cabanas, Helmes, Novakovic und Ehret gleich sechs neue Spieler nach dem 0:5 in Essen auf den Platz geschickt. Niemand hatte eine wirkliche Spielidee. Und die Fans pfiffen. Vor Spielbeginn, danach auch. Und verließen fast lethargisch die Tribünen. Grau herrscht weiter vor beim 1. FC Köln, kein Farbtupfer in Sicht...