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Aachen: Fastenzeit am Tivoli für den Mainzer Karnevalsklub?

Aachen : Fastenzeit am Tivoli für den Mainzer Karnevalsklub?

Gleich zwei Teams stellen sich am Sonntag als Gast auf dem Tivoli vor: Es kommen ein ernsthafter Konkurrent im Kampf gegen den Abstieg und zugleich die Mannschaft der Stunde, das beste Team der Rückrunde. Einen „Monsterlauf” hat Aachens Trainer Michael Frontzeck dem FSV Mainz 05 bescheinigt.

Eine Aussage, die sich auch mühelos mit Zahlen unterfüttern lässt, schließlich hat die Elf von Jürgen Klopp 16 der 18 möglichen Punkte in der Rückrunde geholt, sich innerhalb von nur sechs Spieltagen vom abgeschlagenen Tabellenletzten zum Zehnten mit Anschluss an das vordere Mittelfeld herangearbeitet. „Wir haben uns einiges erarbeitet und fünf Punkte aus drei Spielen geholt. Und wir wollen weiter in diese Richtung gehen”, setzt Alemannias Trainer Michael Frontzeck darauf, den Mainzer Karnevalszug zu stoppen. Und der 42-Jährige baut auch den Tivoli und das Publikum in die taktische Vorgabe ein, um das Licht für den Gegner auf Rot zu stellen.

Denn während noch vor Saisonbeginn alle Experten und die, die dafür gehalten werden, dem Aufsteiger höchstens vor heimischer Kulisse Chancen auf Punkte einräumten, sind die Schwarz-Gelben in der Fremde erfolgreicher: Jeweils zwölf Punkte wurden dem Frontzeck-Team auf dem Tivoli und auf fremdem Geläuf gutgeschrieben. Doch während Aachens Torhüter auswärts nur 18 Mal hinter sich greifen mussten, wurde auf dem Tivoli 26 Mal die Anzeigentafel für die gegnerischen Teams gedreht.

„Es ist schwer, in solchen Stadien wie dem Tivoli, in Mainz, früher in Gladbach oder Dortmund als Heimmannschaft kontrolliert nach vorn zu spielen. Man wird als Spieler von der Stimmung einfach nach vorn getrieben”, beschreibt Michael Frontzeck das „Problem”. Eine Schwierigkeit, die noch in der Zweiten Liga die Aachener Spielstätte fast uneinnehmbar gemacht hatte: Die Aufstiegsmannschaft musste vor eigenem Publikum nur eine Niederlage hinnehmen und ging zwölf Mal als Sieger vom Platz.

„Die Mannschaft ist ganz hart dafür bestraft worden, dass sie zu euphorisch nach vorn gespielt hat. Wir sind gnadenlos ausgekontert worden”, beschreibt Michael Frontzeck, dass das Problem zwar erkannt, aber noch nicht endgültig abgestellt worden ist. „So dominant, wie die Alemannia in der Zweiten Liga gespielt hat, muss in der Ersten Liga erst ein gewisser Reifeprozess im Team stattfinden. Wir sind dabei, ein Mittelding zu entwickeln”, zeigt der Trainer den Spagat auf zwischen einem defensiveren Stellungsspiel, ohne die Torgefährlichkeit einzubüßen - und appelliert an die Mannschaft, aber auch an das Aachener Publikum: „Jeder muss bis an die Schmerzgrenze gehen.”

Kapitän Reiner Plaßhenrich fordert ebenfalls mehr Verständnis ein: „Mit dem Hurra-Stil können wir nichts reißen. Eigentlich ist doch jedem bewusst, dass wir nicht jeden aus dem Stadion hauen können.” Auch Sascha Rösler sieht am Sonntag die Nagelprobe: „Gegen Bayern war es leicht. Mal sehen, wie das Publikum reagiert, wenn wir so gegen Mainz spielen.”

Aachens Trainer Michael Frontzeck muss weiterhin „ohne Drei” auskommen. Neben dem dauerverletzten Szilard Nemeth fehlt auch Emmanuel Krontiris aufgrund einer Muskelverhärtung. Nach seinem Innenband-Anriss steigt Marius Ebbers in der kommenden Woche wieder ins Mannschaftstraining ein. Sascha Dum ist nach seinem Nasenbeinbruch mit einer Gesichtsmaske wieder im Kader. Personelle Umstellungen würden sich daher höchstens für das Mittelfeld anbieten. Möglich wäre der Einsatz von Cristian Fiel für Laurentiu Reghecampf. Die Partie ist erwartungsgemäß ausverkauft.