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Mönchengladbach: Fach macht Appetit auf Fußball

Mönchengladbach : Fach macht Appetit auf Fußball

Gibt es am Samstag rund um den Bökelberg die Rückkehr zum Wesentlichen? Von Fußball war in den letzten Tagen bei Borussia Mönchengladbach nach der Entlassung von Trainer Ewald Lienen kaum noch die Rede.

Nach all dem Magendrücken, das die Trennkost ausgelöst hat, steigt bei den Fans der Appetit auf Herzhaftes: etwa auf einen schmackhaften Sieg gegen den VfL Bochum, gewürzt mit einigen Toren.

Als Vorspeise bietet Holger Fach etliche „Magenöffner” an. Nach und nach setzt sich das Fußball-Bild des neuen Borussen-Coaches zusammen. Das der Mannschaft, die gegen den Ruhrpott-Klub aufläuft, auch. „Zwei Tore sind zu wenig, das spricht nicht gerade für das System.”

Dieser Mangelerscheinung will Gladbachs neuer „Tor-Ernährungswissenschaftler” mit einer Umstellung zu Leibe rücken. Doppelspitze statt Dreier-Sturm, „um im gegnerischen Deckungsraum einen Mann mehr zu haben”.

Dabei definiert der 41-Jährige den Inhalt seiner prall gefüllten Stürmer-Truhe anders als sein Vorgänger. „Sverkos ist für mich kein Mittelstürmer, Skoubo kein Rechtsaußen. Das wird er bei mir nie spielen, auch nicht, wenn er dort einige Tore erzielt hat.”

Neben dem gesetzten Strafraumspieler Arie van Lent wird wohl Vaclav Sverkos auflaufen. Der 19-jährige Tscheche, der sich unter Lienen zuletzt oft auf der Tribüne wiederfand, ist der Gegen-Entwurf zu van Lent: dribbelstark, schnell, technisch stark.

Eine Abweichung gibt es auch in der Abwehr: „Ohne Linksverteidiger ist die Vierer-Kette problematisch.” Also auch hier eine Reduzierung.

Fachs Drei-Satz wird vor allem Sladan Asanin munden: Der Rechtsfuß musste seit Monaten immer links ran - und entsprechend Prügel einstecken. Nun rückt er in die Zentrale, Jeff Strasser nach links, rechts könnte Max Eberl erneut eine Chance erhalten.

„Bei Max weiß ich, was er kann.” Bei Milan Obradovic weiß der Fußballlehrer, was er nicht kann: Deutsch. „Da ist es sehr problematisch, wenn er etwa rechts mit Bernd Korzynietz den Mann übergeben will.”

Joonas Kolkka auf der linken Seite, Oliver Kirch und Ivo Ulich als Kilometerfresser, Peer Kluge als Mittelfeld-Stratege - fertig ist das Fach-Team.

Die vom erklärten Rotations-Gegner unberücksichtigten Profis müssen sich aber nicht auf eine überlange Durststrecke einstellen. „Ich bin kein Typ, der glaubt, immer alles richtig zu wissen oder zu entscheiden. Man muss sich als Trainer auch hinterfragen können.”

Das zeitigte bei seiner Stippvisite in Essen sogar tätige Reue. Da musste er Benjamin Köhler Abbitte leisten, der zu Anfang keine Chance bei ihm hatte: „Ich hab mich vertan bei Dir.”

Apropos vertan: Einer der ganz seriösen Trainer der Bundesliga, Bochums Peter Neururer (der, der „nie” auf der Tribüne sitzt, wenn irgendwo ein Kollege wackelt), hatte mit der Kennzeichnung „Die Ausstiegsklausel von Fach bei RWE ist pervers” einen mächtig dicken Brocken Richtung Borussia geworfen.

Bei Holger Fach aber prallt der ab. „Ich habe keine Lust, über so etwas zu reden. Im Profi-Fußball wird heute so viel Schwachsinniges wichtig gemacht. Das ist mir zu blöd.”