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Stuttgart: Fach lobt und tadelt den Nachwuchs

Stuttgart : Fach lobt und tadelt den Nachwuchs

Ein 23-Jähriger erobert den Ball im Mittelfeld, schlägt zwei Haken, täuscht einen Pass an, dreht sich in die andere Richtung, schiebt die Kugel mit dem Außenrist in den leeren Raum.

Ein 20-Jähriger ist schon da, schießt den Ball ins Tor und läuft jubelnd in die Fankurve - dorthin wo ein 22-jährigen Mitspieler schon mit ausgebreiteten Armen auf ihn wartet. In Stuttgarts Gottlieb-Daimler-Stadion nichts ungewöhnliches, mit jubelnden Grünschnäbeln kennt man sich im Schwabenländle aus. Neu war an besagter Szenerie am Samstag allerdings: Die feiernden Youngster trugen nicht das Trikot des VfB.

Mönchengladbachs Trainer Holger Fach war es, der nach dem 1:1-Remis seinen genialen Passgeber Thomas Broich (23), den eiskalten Torschütze Vaclav Sverkos (20) und seinen neuen Abwehrchef Ruben (22) loben durfte.

„Ich glaube wir haben einen hochtalentierten deutschen jungen Spieler bekommen für sehr wenig Geld”, fing Fach mit Broich an, um dann gleich zu Sverkos über zu gehen: „Wenn es eins gegen eins geht, und er ein bisschen Platz hat, ist er nicht aufzuhalten.” Angekommen bei Ruben lobte der Trainer: „Er hat ein sehr ordentliches Debüt gegeben, gerade wenn man bedenkt, dass er erst vier Worte Deutsch spricht.”

Dabei hatte der erste Auftritt des von Real Madrid ausgeliehenen Spaniers genauso unglücklich begonnen, wie er nach einem starken Spiel endete. In der 8. Minute verlor er gleich sein erstes Kopfball-Duell. Imre Szabicz nickte zum 1:0 für die Schwaben ein. „Die ersten 20 Minuten waren ein bisschen konfuzius. Aber wir haben uns gefangen, und in der zweiten Halbzeit ganz ordentlich Fußball gespielt, daran hat Ruben seinen Anteil”, blickte Torhüter Jörg Stiel zurück.

Der Spanier spielte als freier Mann in der neuformierten Dreier-Abwehrkette, gab den Manndeckern Asanin und Strasser die zuletzt vermisste Sicherheit und setzte seine Vorderleute immer wieder in Szene. So wie in der 90. Minute. Diesmal gewann Ruben den Kopfball nach einer Ecke für den VfB, leitete so den Konter ein, der beinahe noch zum 2:1-Siegtreffer geführt hätte.

Bernd Korzynietz vergab freistehend, was Holger Fach auf die Palme brachte: „Wenn man in der letzten Minute mit drei Stürmern gegen einen Verteidiger einen Konter fährt, dann ist es absolut fahrlässig, wenn man nicht einmal zum Torabschluss kommt. In dieser Szene haben wir die Riesenmöglichkeit ausgelassen, mit einem Sieg und 22 Punkten nach Hause zu fahren.”

Sverkos fordert Sieg

Worte, die Ruben nicht mehr hörte. Der Spanier war nach dem Kopfball so unglücklich gestürzt, dass er sich dabei die Schulter auskugelte. Mannschaftsarzt Jens Kühlmorgen renkte sie in der Kabine wieder ein und brachte Ruben ins Krankenhaus nach Mönchengladbach. Entwarnung gab es erst am Sonntag Morgen: Die Schulter-Luxation hat keine weiteren Schäden hinterlassen.

Bleibenden Eindruck soll dagegen das 1:1 beim VfB hinterlassen. „Wir haben jetzt ein ganz wichtiges Spiel zu Hause gegen Freiburg. Das müssen wir gewinnen, dann hat uns der Punkt in Stuttgart auch etwas gebracht und es sieht wieder besser aus”, sagte Torschütze Sverkos.