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Aachen: Eiszeit mit Schinkenschneider

Aachen : Eiszeit mit Schinkenschneider

Auf dem Reiseprogramm steht zwar nicht der Nordpol, dennoch haben Alemannias Trainer Dieter Hecking und Sportdirektor Jörg Schmadtke am Donnerstag ganz dicke Winterjacken in ihren Koffern.

Die Beiden fliegen nämlich nach St. Petersburg, um an Aachens freiem Spieltag den kommenden UEFA-Cup-Gegner FC Zenit unter die Lupe zu nehmen.

Und so wird der russische Erstligist heute dem FC Sevilla einen eher unterkühlten Empfang bereiten. Zumindest was die Temperaturen betrifft: Bei minus 15 Grad herrschen in St. Petersburg alles andere als optimale Bedingungen für einen gepflegten Kick.

Auch wird erst im Laufe des Tages entschieden, ob und wo die Partie angepfiffen wird. Der zugefrorene Rasen im Petrowski-Stadion soll noch präpariert werden.

Allerdings sei auch schon eine kurzfristige Verlegung des Spiels in ein benachbartes Stadion diskutiert worden, hieß es aus St. Petersburg. Inwieweit derartige Pläne realisiert werden könnten, will Zenit mit der UEFA klären.

Eigener Koch

Auf jeden Fall will der FC Zenit unbedingt spielen. Nach der verpassten UEFA-Cup-Qualifikation als Vierter in der vor zwei Wochen abgeschlossenen Saison will das in Bestbesetzung antretende Team von Trainer Wlastimil Petrzela mit einem Dreierpack den Grundstein fürs Weiterkommen legen.

Ein ähnliches Ziel verfolgt auch der FC Sevilla, der am Dienstag zuhause seine letzte Trainingseinheit unter blauem Himmel bei 20 Grad Wärme absolvierte.

Entsprechend bereitet dem Zweiten der Primera Division weniger der Gegner, sondern vielmehr der enorme Temperaturunterschied von 35 Grad (!) samt seiner Begleiterscheinungen große Kopfzerbrechen.

Zudem trauen die Spanier wohl nur ihrer eigenen Küche und haben mehr als 1000 Kilogramm an Lebensmitteln im Gepäck. Sogar ein eigener Schinkenschneider ist mitgereist!

Er soll für die richtigen Portionen sorgen und ein Koch für die perfekte Bekömmlichkeit, damit dass Team von Trainer Joaquin Carparros ohne Magenknurren auflaufen kann.

Personell die größten Probleme hat in Aachens Gruppe derzeit der OSC Lille. Beim Auftritt in Athen muss Chefcoach Claude Puel auf die beiden gesperrten Leistungsträger Efstathios Tavlaridis und Christophe Landrin verzichten.

So wird der Zweite in Frankreich aus einer verstärkten Defensive auf einen Punkt spielen. Der wäre für Gastgeber AEK Athen zu wenig. Mit erwarteten rund 50.000 Zuschauern im Rücken will Trainer Fernando Santos mit seinem Team den ersten Sieg in Gruppe H landen.

Wie die Partien enden, interessiert Aachens Coach Hecking wenig: „Wir müssen mit allen Resultaten leben und konzentrieren uns auf unsere Spiele.”

Das tun auch Stuttgart und Schalke: Der VfB wäre mit einem Remis beim SC Heerenveen bereits für die K.O.-Runde qualifiziert, während Königsblau mit einem Erfolg gegen Ferencvaros Budapest „zu 90 Prozent”, so Manager Rudi Assauer, durch sei.