Aachen: Einstelliger Tabellenplatz ist das Ziel

Aachen: Einstelliger Tabellenplatz ist das Ziel

Natürlich sei er in dieser Woche in Köln gewesen, räumte Aachens Trainer Peter Hyballa freimütig ein. Allerdings nicht, wie der Kölner Boulevard ins Blaue hinein spekulierte, um Gespräche über die Nachfolge von FC-Trainer Frank Schaefer zu führen, sondern um einen Vortrag an der Kölner Sporthochschule zu halten.

Eines der Themen: „Offensiv - und Defensivtaktik”.

Gerade das Thema Defensivtaktik dürfte dem 35-Jährigen nach der 1:5-Klatsche vor eigenem Publikum gegen Erzgebirge Aue nicht unbedingt leicht gefallen sein. „Wir haben uns drei Tage lang tierisch geärgert”, räumt Hyballa nach dem sechsminütigen Totalversagen ein, das den Spielverlauf auf den Kopf stellte. „Es macht keinen Spaß, von den eigenen Fans ausgepfiffen zu werden. Wir haben uns nicht gewehrt, und das Kartenhaus ist eingestürzt.”

Mögliche Ursachen für das Debakel? Der dünne Kader ist kurz vor Saisonende einfach ausgelutscht, die Mannschaft bekommt es auf dem Platz nicht hin, sich selbst zu coachen und die richtigen Entscheidungen zu treffen, bietet Hyballa als Möglichkeiten an. Natürlich kreisen diese Ideen auch durch den Kopf, wenn die Startelf für den Auftritt am Sonntag beim Aufstiegskandidaten FC Augsburg auf den Spielbogen geschrieben werden muss.

Wechsel auf zwei, drei Positionen oder vielleicht auch eine abwartendere Spielweise als bislang praktiziert, bieten sich als Optionen an. Doch der Fokus ist nicht nur auf den 31. Spieltag gerichtet, sondern perspektivisch schon auf die kommende Saison. „Ich gebe den Spielern mein Vertrauen, mit denen ich auch in der nächsten Spielzeit arbeiten werde”, kündigt der 35-Jährige klipp und klar an.

Zu diesen Spielern gehört auch Tobias Feisthammel, der beim Aue-Debakel aus Schutzgründen ausgewechselt wurde. Und auch David Hohs wird nächste Saison voraussichtlich Alemannias Torwart sein, „auch wenn es schade ist, dass David zuletzt die Fehler in der Defensive nicht mehr so gut korrigieren konnte”.

Das Spiel in Augsburg, in dem niemand der Alemannia eine echte Chance einräume, biete auch die Möglichkeit für einen Neuanfang kurz vor der Zielgeraden, den angestrebten einstelligen Tabellenplatz noch zu erreichen: „Augsburg ist eine Schleichermannschaft, die aber urplötzlich zünden kann”, charakterisiert Aachens Trainer den kommenden Gegner.

Zudem sei es schwierig zu prognostizieren, wie Jos Luhukay sein Team spielen lasse. „Er ist ein äußerst taktischer Trainer, der seine Mannschaft immer am Gegner ausrichtet.” Einen Punktgewinn in Augsburg würde er bereits als Korrektur des letzten Heimdebakels ansehen.

Einen Grund, seine Koffer zu packen und zu einem anderen Verein zu wechseln, gebe es für ihn nicht, auch wenn es in den letzten zehn Monaten ein, zwei Anfragen gegeben habe: „Ich bin auch nächstes Jahr in Aachen, weil ich hier was angefangen habe”, sagt Hyballa.

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