Aachen: Einsatz gegen Aue steht für Demai auf der Kippe

Aachen: Einsatz gegen Aue steht für Demai auf der Kippe

Rund 14.500 Karten waren bis Freitagmittag abgesetzt für Alemannias drittletztes Heimspiel dieser Saison. Es ist noch reichlich Platz auf den Tivoli-Rängen.

Der Sonntags-Gegner - Erzgebirge Aue - gilt, bei allem Respekt vor der Leistung des Aufsteigers, nicht gerade als Straßenfeger. Und die Schwarz-Gelben haben sich wohl verabschiedet aus dem Rennen um Platz sechs. Da taucht Aimen Demai als Ticket-Verkaufsberater auf: „Die Zuschauer hatten immer Spaß. Ob die Spiele für oder gegen uns gelaufen sind - es war immer attraktiv.”

Hinter Alemannia liegt eine „sehr stressige Woche”, sagt Chefcoach Peter Hyballa, eingeleitet durch das Spiel in Duisburg, „wo wir doof verloren haben”. Der Schien- und Wadenbeinbruch von Bilal Cubukcu am Mittwoch drückte die Stimmung noch mehr. Da wurde es zur Randnotiz, dass Demai wegen Adduktoren-Problemen auch am Freitag mit dem Training aussetzen musste und erst am Samstag wieder eingreifen soll. Einsatzchancen gegen Aue: „Fünfzig-fünfzig.”

Aachens Sportliche Leitung hat den Rechtsverteidiger ins Schaufenster gestellt. Vor knapp zwei Jahren nach Aachen gewechselt, weil es beim 1. FC Kaiserslautern partout nicht klappen wollte mit dem Bundesliga-Aufstieg, spricht Aimen Demai jetzt von enttäuschten Hoffnungen. „Ich habe damals beim Tabellenvierten unterschrieben - und es waren nicht viele wichtige Spieler gegangen.” Doch dann zeigte sich: „Wir hatten nicht die Mannschaft dafür, um aufzusteigen.”

Nach dem radikalen personellen Schnitt im vergangenen Sommer kam es für Demai persönlich noch schlimmer: Er spielte „in den Plänen des Trainers keine große Rolle mehr. Der Trainer hat mir nicht vertraut.” Warum, wieso, weshalb, das hat der 28-Jährige sich inzwischen selbst so erklärt: „Ich bin eher offensiv als defensiv orientiert. Vielleicht sollte mehr Sicherheit auf diese Position, auf der dann öfter Mirko Casper oder Tobias Feisthammel gespielt haben.”

Mit Hyballa habe es zwei, drei Gespräche gegeben. „Das ist sehr wenig in einer Saison für einen Spieler, der seltener zum Einsatz kommt.” Konkrete Ansagen, „wo ich was an mir hätte verbessern können, die gab es nicht”. Selbstkritik? „Ich müsste mir nur dann etwas vorwerfen, wenn ich nicht alles gegeben hätte. Aber ich habe in jedem Training Gas gegeben und im Spiel mein Bestes versucht - auch wenn das nicht immer geklappt hat.”

Aimen Demai betrachtet die von Manager Erik Meijer angeregte Auflösung des bis 2012 laufenden Vertrags inzwischen „auch für mich als beste Lösung. Ich habe bei Alemannia mein Ziel nicht erreicht. Aber wenn ich gehe, werde ich trotzdem sagen: Ich habe was gelernt und zum ersten Mal die andere Seite des Fußballs gesehen.” Als Spieler, der nicht zu den „Gesetzten” gehört.

Wohin die Reise geht, ist noch offen. Demai hat ein paar Anfragen, „aber nichts Konkretes”. Deutschland, Ausland, „ich bin offen für alles und setze mir keine Grenze”. Eines stellt Alemannias Nummer 12 jedoch klar: „Ich werde nirgendwo hinwechseln, wo es nicht interessant ist für mich. Ich habe immer noch die Option, hierzubleiben, die habe ich nicht ausgeschlossen.” Und dann würde er das tun, was bislang keiner zum Vorwurf erhoben hätte: „Sehr hart arbeiten, um meinen Platz in der Mannschaft zu bekommen.”