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Köln: Eine emotionale Aufstiegsfeier

Köln : Eine emotionale Aufstiegsfeier

Huub Stevens standen die Tränen in den Augen. „Wir können stolz darauf, wie wir das abgeschlossen haben”, sagte der scheidende Trainer des 1. FC Köln.

„Natürlich ist Wehmut dabei, wenn dich 50.000 Leute feiern.” Der Niederländer griff zum Kölsch, wischte sich mit der freien Hand über die Stirn und ging zur Tagesordnung über. „Wir sind verdient Meister geworden, weil wir über die gesamte Saison gesehen die konstanteste Mannschaft waren.”

Mit 4:0 (0:0) hatte der FC im Aufsteiger-Duell den MSV Duisburg abgefertigt und die anschließende Ehrung durch DFL-Präsident Werner Hackmann hinter sich, da vermischten sich schon Jubel und Tränen.

Vor allem Alex Voigt konnte seine Gefühle nicht verbergen. „Das war mein letztes Spiel für den FC. Das tut weh”, sagte der Defensivspieler, der wahrscheinlich in dieser Woche seinen Wechsel zu Birmingham City bekanntgeben wird.

In den finalen 90 Minuten gehörte der 27-Jährige zu den Leistungsträgern. Was selten genug in dieser Spielzeit der Fall war. Aber Voigt hinten und Lukas Podolski vorne waren am Sonntag die Garanten für das - zumindest vorerst - letzte Zweitliga-Erlebnis.

Denn der Nationalstürmer war es, der der Partie in der 50. Minute mit seinem ersten Volltreffer an diesem Nachmittag den Freundschaftsspielcharakter genommen hatte. Noch zweimal verlud „Poldi” MSV-Torsteher Georg Koch (71., 88.). Zwischenzeitlich hatte Andrew Sinkala das 2:0 beigesteuert (69.).

Während die Spieler mit den Fans draußen feuchtfröhlich feierten und die Höhner das RheinEnergieStadion mit dem bekannten kölschen Liedgut beschallten, wagten die FC-Gewaltigen einen Blick in die nähere Zukunft. „Dieser Aufstieg kann in der gesamten Entwicklung nur ein erster Schritt sein”, gab sich Präsident Wolfgang Overath ausgesprochen nüchtern. „Aber es ist viel Druck von uns abgefallen.”

Doch die FC-Ikone weiß genau, dass es noch viel Arbeit bedarf, um diese Mannschaft so zu verstärken, dass sie bundesligatauglich wird. Und er weiß auch, auf wen er nicht mehr zählt. Neben Voigt werden auch Christian Springer, Matthias Scherz, Vasileios Tsiartas und Giovanni Federico nicht zum Kader des neuen Trainers Uwe Rapolder gehören. Und wer außer Dimitrios Grammozis (Kaiserslautern), Marvin Matip (Bochum) und Patrick Helmes (Siegen) kommt, ist auch noch offen.

So scheiterte die Verpflichtung von Hanno Balitsch (Mainz) bisher an 200.000 Euro. Hannover 96, das mit dem FC um die Dienste des defensiven Mittelfeldspieler buhlt, ist bereit, die geforderte Ablösesumme von einer Millionen Euro zu zahlen, Köln war bisher nicht bereit, das selbst auferlegte Limit von 800.000 zu überschreiten.

Da Balitsch aber einer der Wunschspieler von Uwe Rapolder ist und er selbst an den Rhein will, soll der neue Trainer nun beim FC den entsprechenden Druck machen, damit Manager Andreas Rettig über seine finanzielle Schmerzgrenze hinausgeht.

Ansonsten ist noch alles im Fluss. Aber dass noch mindestens zwei „Häuptlinge” geholt werden müssen, ist klar. In der Bundesliga werden die beiden 19-jährigen Eigengewächse Lukas Sinkiewicz und Lukas Podolski nicht mehr die einzigen Konstanten im FC-Spiel sein dürfen. Denn sonst würden Kölner Festtage in der Beletage des deutschen Fußballs zur Rarität.

Doch der Weg, den Wolfgang Overath vorgegeben hat, soll mittelfristig in die Spitze führen. Nur für die nächste Saison ist der Klassenerhalt das Ziel.