Mönchengladbach: Ein Transparent und viele Statistiken

Mönchengladbach: Ein Transparent und viele Statistiken

Wenn die Mönchengladbacher Fußballer nach dem Training den Borussia-Park verlassen, lesen sie es schwarz auf weiß: „Ein erster Schritt, weiter geht´s.”

Fans haben an der Ausfahrt dieses Transparent aufgehängt, und rein statistisch spricht kaum etwas dagegen, dass der Tabellenletzte der Fußball-Bundesliga nach dem 1:0-Erfolg beim 1. FC Nürnberg gegen den Tabellenvierten am Sonntag den nächsten Schritt raus aus der tabellarischen Krise macht.

Gut, Bayer Leverkusen ist auswärts noch unbesiegt, Gladbach zu Hause noch sieglos. Doch was ist das gegen Borussias fast makellose Heimbilanz in Duellen mit Bayer Leverkusen? 4:2, 1:0, 3:1, 3:1, 3:1, 1:1, 2:2, 2:1, 2:1, 2:0. Acht Siege feierte die Borussia in zehn Heimspielen! Gut, es waren nicht die letzten zehn Heimspiele, es ist die Bilanz der ersten zehn gemeinsamen Jahre in der Bundesliga. Das letzte 2:0 bejubelte die Borussia am 25. Februar 1989, in 18 weiteren gemeinsamen Erstliga-Jahren gab es seither keinen doppelten bzw. dreifachen Punktgewinn mehr für Mönchengladbach... Vielleicht auch deshalb sagt Borussias Trainer Michael Frontzeck, „man solle nicht in Statistiken verharren, sondern sich auf den Sonntag freuen”.

Auf den Anstoß um 15.30 Uhr, auf das Spiel, in dem die Borussia nicht den Fehler machen will, „mit Bayer Fußball zu spielen”. Frontzeck sagt, „wir müssen eine außergewöhnliche Leistung bringen”, um der Werkself Paroli bieten zu können. Und dieses Unterfangen kann - wenn nicht beim heutigen Abschlusstraining noch etwas passiert - die derzeit bestmögliche Formation in Angriff nehmen. Verletzt fehlen nur Roel Brouwers, Sebastian Schachten und Jean-Sébastien Jaurés, dazu der gesperrte Raul Bobadilla, dessen Ausleihe zu Aris Saloniki wahrscheinlich ist. Und keiner dieser vier Akteure dürfte bei bester Gesundheit ein Anwärter auf einen Stammplatz sein, auch Brouwers nicht „dank” der neu erworbenen Konkurrenz durch Martin Stranzl und Havard Nordtveit.

„Mehr Unbekümmertheit”

Der so lange verletzte und so arg vermisste Abwehrchef Dante nimmt seit zehn Tagen beschwerdefrei am Mannschaftstraining teil, doch ob der Brasilianer auch von Beginn an spielen wird, entscheidet sich erst nach dem letzten Training heute und einem Gespräch zwischen Trainer und Spieler. Einiges spricht dafür, dass Frontzeck dem 27-Jährigen nach dessen Teilriss des Innenbandes im Knie erst einmal einen Platz auf der Bank zuweist. Sollte Dante beginnen, könnte Nordtveit mit Roman Neustädter das defensive Mittelfeld-Pärchen bilden.

Thorben Marx müsste dann neben Michael Bradley und Juan Arango, die für Frontzeck nach wir vor „absolute Stammspieler sind”, auf der Bank Platz nehmen. Weil: Nach der ergebnismäßig desaströsen Hinrunde musste und wollte der Trainer etwas ändern, „einen Schuss mehr Unbekümmertheit” ins Spiel ringen, Akteure, „die nach der Hinrunde nicht so belastet waren”.

Einer Hinrunde, die den Fans neben dem 4:0-Derbysieg in Köln den Höhepunkt des 6:3-Erfolges im Hinspiel bescherte. Und allen Statistik-Gläubigen sei der Hinweis gewidmet: Borussia hatte zuvor 13 Jahre lang nicht mehr bei Bayer gewinnen können...

Die voraussichtliche Aufstellung: Heimeroth - Levels, Nordtveit (Dante), Stranzl, Daems - Neustädter, Marx (Nordtveit) - Reus, Idrissou - de Camargo, Hanke

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