Mönchengladbach: Ein süßer Sieg für Gladbach

Mönchengladbach: Ein süßer Sieg für Gladbach

Noch fünf Spiele um die goldene Ananas, da Borussia Mönchengladbach bereits so gut wie gerettet ist? Solche Spiele können süß sein - wie das erste der Frucht-Reihe gegen Eintracht Frankfurt. Die Elf von Michael Frontzeck beendete mit einem 2:0-Erfolg die kleine Siegserie der Hessen (3) und schraubte das Punktekonto auf 37 Punkte hoch.

Spielfreude pur: Schon eine Dreiviertelstunde vor dem Anpfiff machten sich Patrick Ochs und Abwehrkollege Marco Russ warm. Nicht auf dem Platz: Sie knallten sich den Ball 20 Minuten lang auf dem engen Flur vor ihrer Kabinentür um die Ohren. Es läuft bei der Frankfurter Eintracht, und da kann es auch ein Fußball-Profi kaum abwarten, endlich Ballkontakt zu haben.

Lust nur auf Rustikalo-Fußball verspürte der Gastgeber aber auch nicht. Karim Matmour ließ den Ball im Lauf flugs drei Mal auf dem Kopf tanzen. Und seine Zaubereinlage verband Technik mit Effizienz: Der Algerier passte zu Michael Bradley, dessen Steckpass hob Raul Bobadilla über den herauslaufenden Eintracht-Torhüter Oka Nikolov. Marco Reus stieß nach und bugsierte den Ball aus kurzer Entfernung mit dem Schädel zum 1:0 über die Linie (6.). Das erste Kopfballtor des Sprinters in der 1. Bundesliga.

Die Gladbacher schienen inspiriert von der ersten Minute an, auch wenn Benjamin Köhler zwei Minuten nach der Borussen-Führung einen Warnschuss abgab. Doch auch Torhüter Logan Bailly reihte sich in die Phalanx der „Wir-sind-gut-drauf-Männer” ein und drehte den platzierten Flachschuss um den Pfosten. Frankfurt stellte sich, erst recht nicht nach dem Gegentreffer, hinten rein. Sie spielten munter nach vorn, was die Borussia liebt.

Und diese schaffte es sogar, wesentlicher höher zu stehen, als in vielen anderen Heimspielen. Sie erkämpfte und erspielte sich ein Chancen-Plus: Nachdem Sturmführer Bobadilla früh den Ball zentral hoch über den Kasten geknallt hatte, näherte sich der emsige Argentinier dem Tor im zweiten Versuch: Sein Drehschuss aus 17 Metern zwang Nikolov erneut zu einer Glanzparade (25.). Noch mehr Mühe hatte Frankfurts Keeper mit einem fulminanten Freistoß von Bradley (33.). Es entwickelte sich ein attraktives Spiel, Frankfurt verzichtete gönnerhaft auf den letzten Rest an Zielstrebigkeit. Und Gladbach verdiente sich Lob und Beifall, aber auch den Vorbehalt, nicht den womöglich vorentscheidende zweite Treffer erzielt zu haben.

Frankfurts erhöhte Aggressivität nach der Pause konterte Gladbach mit einem Standard: Dante köpfte einen Freistoß von Arango beinah unbedrängt zum 2:0 ein (55.). Zwangsläufig war Konterzeit angesagt für die Frontzeck-Schützlinge. Doch sowohl Bobadilla nach einem Solo des starken Filip Daems als auch Reus vergaben leichtfertig hochkarätige Chancen (60./62). Eintracht drückte, Mönchengladbach entwickelte viel Phantasie, wie man den dritten Treffer nicht erzielt. Hauptdarsteller blieben dabei Reus und Bobadilla. Das Sturmduo vermochte dennoch zu überzeugen. Und die Mönchengladbacher scheinen gut gerüstet für die weiteren „Lustspiele”: Es warten die ersten drei: Schalke, Bayern und Leverkusen.

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