1. Sport
  2. Fußball
  3. Bundesliga

Mönchengladbach: Ein Schuss Magie: Chance für Aidoo

Mönchengladbach : Ein Schuss Magie: Chance für Aidoo

Zwei Spieltage, ein Punkt - das reicht schon für hyperkritische Zeitgenossen, eine Minus-Serie an die Wand zu malen.

Dabei wäre es für Borussia Mönchengladbach normal gewesen, wenn sie nicht nur das Match in Wolfsburg, sondern auch das erste Spiel gegen die Über-Mannschaft von Bayern München statt 0:0 zu spielen, verloren hätte.

Die Lust an der Krise: Sie kann am Samstag neue Nahrung erhalten. Denn selbst der ehemalige Borussen-„Center” Peter Nielsen, der die inszenierte Panik von Kopenhagen aus mit Kopfschütteln verfolgt, sagt: „Gegen Kaiserslautern kann man verlieren.”

Der Alt-Borusse konnte die Partie seines neuen (alten) Klubs FC Kopenhagen am Sonntag gegen FC Midtjylland (2:2) mit einer Zerrung in der Hüfte nur im Fernsehen verfolgen. Es war das Abschiedsspiel für Morten Skoubo, der heute bei Mönchengladbach auf der Bank sitzen wird.

„Das ist super für Borussia. Morten hat auch gegen uns sehr gut gespielt. Allerdings sollte man daran denken: Er ist noch sehr jung. Man darf ihn nicht zu sehr unter Druck setzen. Er muss natürlich auch noch dazulernen”, versucht der 34-Jährige den 22-jährigen Mittelstürmer zu entlasten.

Das Mühlstein-Etikett Heilsbringer macht eh nicht viel Sinn: Das Problem der Meyer-Elf war bisher weniger das Toreschießen als das Kreieren von Chancen. Speziell in Wolfsburg.

Doch auch da vermag der Trainer gut zu kontern. „Die Bayern haben sich auf dem Bökelberg auch nicht mehr erarbeitet. Es gibt halt Spiele, in denen die Abwehrreihen dominieren.”

Die Gefahr, dass seine Mannschaft durch eine unerklärliche Heimschwäche wie in der vergangenen Saison das (Über-)Leben in der Ersten Liga unnötig schwer macht, sieht Hans Meyer auch.

Die Wende kam damals erst nach der Winterpause. Wesentlich daran beteiligt: Instinktfußballer Lawrence Aidoo. Der Ghanaer könnte auch heute für Bernd Korzynietz einen Schuss Magie ins geordnete Spiel der Borussia bringen. Weniger im Sinn von Zauberei. Mehr als Griff ins Irrationale. Denn einen Anspruch auf einen Platz in der ersten Elf haben weder Aidoo noch Marcel Ketelaer. Zu dürftig waren ihre Leistungen in der Vorbereitung und ihren Kurz-Einsätzen.

Benjamin Auer steht nicht im Kader, auch wenn Meyer betont: „Er hat absolut nichts verbrochen. Ich respektiere seine Entscheidung, auch wenn ich sie für idiotisch halte. Doch falls Joris van Hout etwas passieren sollte, ist er mein zweiter Mann.”

Möglicherweise nicht mehr lange. Angeblich soll Hertha BSC schon die Fühler ausgestreckt haben. Die Wertigkeit seines „Ersatzes” Skoubo, die Minimierung der Abstiegsgefahr, verriet Hans Meyer „exklusiv” unserer Zeitung - bevor ein TV-Reporter danach fragt: „2,7 Prozent.”