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Kerkrade: Ehrendivision: Kerkrade bestreitet 1000. Ligaspiel

Kerkrade : Ehrendivision: Kerkrade bestreitet 1000. Ligaspiel

Wiljan Vloet hat Roda JC Kerkrade wieder auf das richtige Gleis gesetzt. Nach der völlig missratenen letzten Saison in der niederländischen Ehrendivision ist der neue Trainer mit seiner ersten Zwischenbilanz durchaus zufrieden.

„In den letzten beiden Spielen ist es nicht so gut gelaufen, aber wenn man den bisherigen Saisonverlauf insgesamt betrachtet, liegen wir im Soll”, fasst der Nachfolger von Georges Leekens zusammen.

Jetzt trifft der Tabellensechste am Freitag (20 Uhr) auf das No-Name-Team vom FC Zwolle. Eigentlich eine Partie, die kein Publikumsmagnet ist.

Doch diesmal liegen die Dinge anders, weil es der 1000. Roda-Auftritt im niederländischen Fußball-Oberhaus ist. Nur die Mannschaft wird bei den Feiern abseits stehen.

„Unsere Party steigt in der Winterpause”, betont Wiljan Vloet. „Dieses Jubiläum ist doch eher etwas für Funktionäre und Zuschauer.”

Vloet befürchtet, dass Zwolle für diese Feier als Gast nur bedingt geeignet ist. „Ein unangenehmer Gegner, der in der Abwehr gut steht und schnell kontert”, so der Trainer. „Die sind Außenseiter, wir müssen gewinnen.”

Schon als Roda JC am 12. August 1973 die Erstligapremiere mit 2:3 gegen Maastricht VV vor 22 000 Zuschauern in Kaalheide verlor, war Nol Hendriks der starke Mann in Kerkrade.

Das hat sich bis heute nicht geändert. Im Gegenteil. Ohne den Geschäftsmann wäre in den letzten Jahren nichts gelaufen. Ob Spielertransfers oder Vorfinanzierung des Parkstad Limburg. Für Roda JC tut Hendriks fast alles. Und entscheidet fast alles.

Dieser Sachverhalt ist auch Wiljan Vloet bewusst: „Wenn man bei Roda ist, dann weiß man, dass man mit Herrn Hendriks zusammenarbeiten muss.” Was der Trainer nicht als Problem bewertet wissen will. „Wir treffen uns einmal pro Woche, um uns zu besprechen. Wir haben einen guten Draht zueinander.”

Rodas Macher war es auch, der Vloet aus Brabant nach Limburg holte. Beim FC Den Bosch hatte Wiljan Vloet einen Fünfjahres-Vertrag. Als gerade die erste Saison abgelaufen war, meldete sich Hendriks.

Vloet: „Wenn Roda anklopft, dann überlegst du nicht lange. Für mich war das ein großer Karrieresprung.” Also stürzte sich Vloet schon vor seinem Dienstantritt am 1. Juli 2002 in die Arbeit. Als andere Urlaub machten, verbrachte er seine Tage bei Roda.

„Ich wollte über alles informiert sein und beim Dienstantritt keine Überraschungen erleben.” Und die erlebte er auch nicht. Dermaßen akribisch vorbereitet überzeugte Wiljan Vloet Vorstand, Mannschaft und Fans. Was für eine ausgezeichnete und leistungsfördernde Atmosphäre sorgte. „Ich fühle mich bei Roda sehr wohl und bin hier zu Hause”, befindet der Trainer.

Mit zwei Zielen ist Roda JC in diese Saison gestartet. Zum einen sollen die Zuschauer bei den Heimspielen wieder Spaß haben, zum anderen soll der Klub sich wieder für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren.

In beiden Fällen stimmt die Richtung. „Zwischen Platz vier und acht ist es ganz eng. Da ist für uns alles drin”, wagt Vloet einen Ausblick. „Das wird auch bis zum Schluss so bleiben.”

Insgesamt gabs in den 999 Erstligaspielen Rodas seit der Premiere am 12. August 1973 399 Siege, 267 Remis und 333 Niederlagen bei einem Gesamttorverhältnis von 1532:1372.

Den höchsten Sieg landeten die Südlimburger beim SC Heracles (8:1/25. Mai 86). Am schlimmsten geriet Roda JC mit 0:8 bei Feyenoord Rotterdam (7. April 74) und PSV Eindhoven (26. Oktober 96) unter die Räder.