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München: Ebbers verliert die Nerven und Köln das vierte Spiel

München : Ebbers verliert die Nerven und Köln das vierte Spiel

Wenn in der Fußball-Bundesliga Samstagnachmittag die Helden gekürt werden, die dem jeweiligen Spiel den entscheidenden Kick zum Sieg gegeben haben, sind die Trainer nur selten in der Verlosung.

Gut, hin und wieder liegen sie mit ihren Einwechslungen goldrichtig. Doch „Jokertore” werden eher in der Rubrik Glücksgriff abgelegt. So war es beim 2:1 (1:0)-Erfolg des TSV 1860 München gegen den 1. FC Köln nicht der entscheidende Treffer durch den eingewechselten Paul Agostino, der Falko Götz zum gefeierten Mann machte.

Es war die taktische Meisterleistung des ehemaligen Kölner Profis, die es zu würdigen gilt.

„Nein, wir waren von dieser Aufstellung nicht überrascht”, verkündete sein Gegenüber Friedhelm Funkel nachher, als hätte er mit der sehr gewagten, extrem offensiven Anfangsformation der „Löwen” gerechnet. „Wir haben einfach in den ersten 30 Minuten nicht unseren Rhythmus gefunden. So etwas gibt es im Fußball.”

Während sich die Manndecker Tomasz Klos und Moses Sichone um Markus Schroth und Francis Kioyo kümmern mussten, versuchte Alexander Voigt die Kreise von Benjamin Lauth, der diesmal hinter den Spitzen agierte, einzuschränken.

Sehr zum Leidwesen von Christian Springer, der links in die Viererkette rücken musste und gegen das Duo Danny Schwarz und dem überragenden Andreas Görlitz auf verlorenem Posten stand, während Carsten Cullmann sich rechts mit Florian Kringe stritt, wer denn nun Marcus Pürk bewachen sollte.

So rollte über die rechte Seite der Münchner in der Anfangsphase Angriff über Angriff. Die schläfrigen FC-Profis waren völlig überfordert und irrten ziellos über den Rasen. Die Führung durch Kioyo - Klos verlor nach einem Stellungsfehler das Duell gegen Schroth und der Ex-Kölner war einen Tick schneller als Sichone - war die logische Konsequenz (7.).

Nur eines mussten sich die mutig aufspielen den Münchner ankreiden lassen: die magere Torausbeute. Ein 4:0 hätte dem Spielverlauf entsprochen und Götz Schachzug auch ergebnismäßig die verdiente Würdigung gebracht. So aber wäre sein Konzept beinahe nicht aufgegangen.

In der 36. Minute reagierte Funkel nämlich und wechselte Thomas Cichon zur Verstärkung seiner Defensivabteilung ein. Opfer war Marius Ebbers, der nach der „Höchststrafe” (Austausch noch vor der Pause) die Nerven verlor, mit einer Wasserflasche um sich warf und im Kabinentrakt mit Fußtritten die Standfestigkeit der Türen testete. Ebbers hätte viel lieber Matthias Scherz an seiner Stelle gesehen, der in dieser Saison seit dem ersten Anpfiff seine Form sucht und wieder vornehmlich durch abwertende Handbewegung auffiel.

Immerhin kam die „Geißbock-Elf” durch die Hereinnahme Cichons als Abfangjäger vor der Abwehr besser ins Spiel und glich durch Christian Springer, der heute 32 Jahre alt wird, nach einem Lottner-Freistoß aus (61.). Doch einen - nach dem Verlauf der Partie - als geschenkt zu bezeichnenden Punkt wollte der FC wohl nicht mit nach Hause nehmen. Klos unternahm jedenfalls beim 2:1 durch Agostino alles, damit die 60er den Lohn einstreichen konnten. Götz hatte alles richtig gemacht.