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Mönchengladbach: Drohen Augsburger Blitzeinschläge?

Mönchengladbach : Drohen Augsburger Blitzeinschläge?

Christian Ziege hat sich gefreut. Gleich doppelt. Über den herzlichen Empfang in Aue, der selbst nach dem 3:2 nicht durch einen weniger herzlichen Abschied getrübt wurde. „Das habe ich in meinen 16 Jahren als Profi noch nie so erlebt”, schwärmte er über die Gastfreundschaft der Ostdeutschen.

Nicht nie, aber immerhin selten hat Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor erlebt, dass sich Spieler, die überraschend nicht in der ersten Elf standen, dennoch „auf den Platz gerannt sind und sich riesig gefreut haben”. Diese Team-Qualität könnte am Freitag im Heimspiel gegen den FC Augsburg wieder vonnöten sein.

Bis auf Roberto Colautti, der zwei Mal das Training abbrechen musste, und den frisch eingestiegenen Sebastian Schachten stehen Trainer Jos Luhukay alle Profis zur Verfügung. Die Rotation erklärt der Niederländer dennoch nicht zum Prinzip. „Ich wusste schon vor Aue, dass wir bei vier Spielen in zwölf Tagen nicht mit elf Spielern durchkommen.”

Es gibt keine Touristen im Kader der Borussia. Davon profitierte Johannes van den Bergh in Aue, auch wenn er heute womöglich wieder Marko Marin weichen muss. Der angehende Fußball-Lehrer liebt es, sowohl Trainingseindrücke als auch Stärken und Schwächen des Gegners in seine personellen Überlegungen einfließen zu lassen, ohne dabei die noch in der Entwicklung befindenden Strukturen unnötig zu belasten. „Die Mannschaft muss ein Fundament haben, auf das sie sich verlassen kann.”

Vor allem auch für die Momente, wenn es plötzlich hakt im Spiel. Wie etwa in der zweiten Hälfte gegen Osnabrück oder in Aue. Hoppla, zwei mal zweite Hälfte! Eine Tendenz, Beleg für die zeitliche Begrenztheit der Spielstärke? „Nein, Zufall”, widerspricht Luhukay. Und verweist etwa auf den Blitztreffer nach der Halbzeit in Aue. Fußball immanente Blitzeinschläge, die dem Spiel eine völlig neue Richtung geben können. Und überhaupt: „Welche Mannschaft kann hundertprozentig dominant agieren? Real Madrid nicht, der FC Barcelona nicht, und Borussia auch nicht.” Um Annäherung geht es. Nicht zuletzt auch an die vorderen drei Plätze.