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Köln: Dortmund dominiert einen hilflosen FC

Köln : Dortmund dominiert einen hilflosen FC

In einem Interview, das der Internet-Anbieter «spox.com» am Mittwoch veröffentlichte, hatte sich Petit weit aus dem Fenster gelehnt. «Die Bundesliga ist sehr ausgeglichen», hatte der Mittelfeldstratege des 1. FC Köln verlauten lassen. «Meister können viele Klubs werden. Dazu gehören wir meiner Meinung nach auch.»

Das war eine Aussage, die spätestens nach der schwachen Vorstellung der Geißböcke am Abend bei der 0:1 (0:0)-Niederlage gegen Borussia Dortmund vor 50.000 Zuschauern im ausverkauften RheinEnergieStadion ins Kuriosenkabinett der Vereinsgeschichte ausgelagert wurde. Der BVB hat den FC und seine Anhänger in die Realität zurück geholt.

Hatte Kölns Trainer Christoph Daum in den Tagen vor dem Westderby noch mehr Durchschlagskraft und eine neue Siegermentalität von seinen Profis gefordert, so war davon bei der zweiten Niederlage in Folge nichts zu spüren.

Der Aufsteiger reagierte über weite Strecken der Partie nur und musste am Ende gar noch zufrieden sein, nicht noch höher geschlagen vom Platz geschickt zu werden.

Dabei hatte der FC konzentriert begonnen, so, wie es die Fans in dieser Saison von der Daum-Elf gewohnt waren. Hinten kompakt, im Mittelfeld konsequent und im Angriff auf Torjäger Milivoje Novakovic fokussiert.

Doch mit zunehmender Spielzeit schlichen sich zunehmend Fehler, Missverständnisse und schlechtes Stellungsspiel in den Aufbau ein, was der BVB dankend annahm und immer wieder zu gefährlichen Aktionen im Kölner Strafraum nutzte.

Und obwohl die Gastgeber zum fünften Mal in Folge mit derselben Startformation begannen, ging die Stabilität flöten, die Automatismen funktionierten plötzlich nicht mehr.

Zittern war angesagt im RheinEnergieStadion. Valdez und Blaszczykowski, der trotz eines Nasenbeinbruchs mit einer Maske spielte, versetzten die Abwehr ein ums andere Mal in Angst und Schrecken.

Initiator der BVB-Aktionen war auffällig oft Florian Kringe, der in zentralen Position unglaublich viel Platz hatte und nach Belieben schalten und walten konnte.

Das Beste zum Seitenwechsel war aus Kölner Sicht noch das Ergebnis. Die Dortmunder konnten aus einer ganzen Reihe erstklassiger Möglichkeiten kein Kapital schlagen.

Valdez scheiterte an Mondragon und dem Pfosten (30.), und auch für Tinga war Kölns Keeper nur 30 Sekunden später unüberwindbar. FC-Chancen - nicht vorhanden.

Das Bild änderte sich auch nach der Pause nicht. Über die Außenpositionen kam kaum Produktives, und Roda Antar knüpfte nahtlos an die letzten Nullleistungen an.

Doch das Glück verließ die Däumlinge. Zunächst traf Kringe per Kopf aus kurzer Distanz nur die Latte (57.), doch acht Minuten später vollendete der Blondschopf zum hoch verdienten 1:0 der Borussia. Der eingewechselte Alex Frei verpasste dann die vorzeitige Entscheidung, als er freistehend aus acht Metern vergab.

Mit Sergiu Radu, Adil Chihi und Wilfried Sanou brachte Daum drei neue Kräfte für für FC-Offensive. Die sorgten aber kaum für frischen Wind. Köln hatte an diesem Abend einfach nicht die Mittel, um sich gegen diese Dortmunder effizient zu wehren.