Nürnberg: Dominant in die Auswärts-Niederlage

Nürnberg: Dominant in die Auswärts-Niederlage

Für Borussia Mönchengladbach erfüllte sich die Hoffnung auf eine Fortsetzung des Mini-Höhenfluges nicht, stattdessen konnte der 1. FC Nürnberg endlich seinen ersten Saisonsieg feiern. Und der entscheidende Mann dabei war ausgerechnet ein Spieler, der für den unterlegenen Gegner vom Niederrhein große Sympathien hegt.

Peer Kluge nämlich erzielte vor 46780 Zuschauern im auverkauften Frankenstadion bereits in der sechsten Spielminute das goldene Tor zum 1:0 (1:0)-Erfolg.

Ausgerechnet Kluge also. Der 28-Jährige trug von 2001 bis 2007 das Trikot der Gladbacher und zuckte daher nach der Begegnung fast schon entschuldigend mit den Achseln. „Ich habe sechs Jahre für diesen Verein gespielt und nur positive Erinnerungen. Es war eine durchweg schöne Zeit und jeder weiß, dass mein Herz immer noch an der Borussia hängt”, sagte der gebürtige Chemnitzer, um dann aber gleich klar zu stellen: „Für zwei Spiele in dieser Saison muss die Liebe allerdings zurück stehen.” Welche beiden Spiele Kluge meinte, musste nicht nachgefragt werden.

Auch nicht, ob es ein äußerst schmeichelhafter Sieg gewesen sei. „Jeder hat doch gesehen, wer hier die bessere Mannschaft war. Ich kann mich nicht erinnern, wann wir zuletzt auswärts so dominant aufgetreten sind”, sagte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl.

In der Tat konnte seiner Mannschaft an diesem sonnig-warmen Nachmittag nur ihre mangelnde Chancenverwertung vorgeworfen werden. Zu diesem fehlenden Glück gesellte sich in der 70. Minute auch noch das Pech, als Schiedsrichter Gagelmann der Borussia nach einem Foul von Diekmeier an Matmour einen klaren Strafstoß verweigerte. „Das kommt an einem solchen Tag dann eben dazu”, sagte Trainer Michael Frontzeck.

Sauer war der 45-Jährige daher vornehmlich über die Aussage eines Journalisten, dass dieses 0:1 ja wohl ein herber Rückschlag gewesen sei.

„So ein Blödsinn. Das hat das Spiel doch gar nicht hergegeben”, so Frontzeck, der dabei Unterstützung von seinem Nürnberger Kollegen Michael Oenning, der einst als Co-Trainer in Mönchengladbach aktiv war, bekam. „Gladbach war über die gesamten 90 Minuten in der Lage, uns unter Druck zu setzen.”

Ohne Erfolg. Der Fußball hatte für Samstag die Geschichte des Peer Kluge vorgesehen. Der musste allerdings kurz nach der Pause mit einer Knöchelverletzung ausgewechselt werden und schaute sich den Rest Partie in der Kabine an. „Es war ein reiner Zittersieg.” Das fand auch der schier unüberwindliche Club-Torwart Raphael Schäfer: „Wir wollten die drei Punkte - egal wie.”

Für das Wie hauptsächlich verantwortlich war die Gladbacher Offensive, die 90 Minuten lang stumpf blieb. Nach dem besten Saisonstart seit 22 Jahren fehlte der Borussia der letzte Biss - mehr Ballbesitz, mehr Flanken und mehr Torschüsse schönten allenfalls die Statistik.

Die Borussen sahen sich als unverdiente Verlierer. „Der einzige Vorwurf, den ich der Mannschaft machen kann, ist, dass sie sich nicht für ihren hohen Aufwand belohnt hat”, meinte Frontzeck.