Aachen: Diesmal muss „Aki” nicht um den Einsatz gegen Eintracht bangen

Aachen: Diesmal muss „Aki” nicht um den Einsatz gegen Eintracht bangen

Der 24. Juli 2011 war ein besonderer Tag für Timo Achenbach. Der Linksverteidiger hatte weder Arjen Robben kaltgestellt noch einen Eckball direkt verwandelt.

Und doch blieb dieser Sonntag in der Erinnerung haften: Achenbach durfte 90 Minuten lang nur zuschauen bei Alemannia Aachens 0:2 gegen Eintracht Braunschweig. Das hatte es noch nie gegeben, seitdem „Aki” 2008 aus Fürth an den Tivoli gewechselt war: draußen zu sein, ohne dass eine Verletzung oder Sperre der Grund gewesen wäre. „Ich war schon sehr gereizt und enttäuscht”, sagt der 29-Jährige.

Die Saison zuvor „ordentlich gespielt, nicht eine Minute verpasst - und dann direkt außen vor zu sein”. Die Dinge wendeten sich aber schon unter dem damaligen Trainer Peter Hyballa zum Besseren, seit dem 4. Spieltag ist Achenbach wieder gesetzt. Es gilt wieder der alte „Käfer”-Werbeslogan: Er läuft und läuft und läuft.

Die Sache mit dem Gespür

Das ist die eine Seite des zweiten Halbjahrs 2011; die andere beschreibt der Mann aus Witten deftig: „Das war die beschissenste Hinrunde meiner ganzen Karriere. Selbst beim VfB Lübeck hatten wir in der Abstiegssaison vor acht Jahren schon 22 Punkte.” Dass diese Saison für ihn persönlich nicht gut beginnen sollte, war mit dem ersten Tag der Vorbereitung abzusehen: „Man hat als Spieler ja ein Gespür dafür”, Achenbach war „verwundert” über den Vorwurf, er, Benny Auer und Thomas Stehle „würden zu wenig machen”. Unter Friedhelm Funkel tritt der Ex-Kölner wieder mit alten Qualitäten in Erscheinung: „Ich schieße gerne Standards, übernehme Verantwortung. Und ich denke, dass die Mannschaft davon zuletzt auch profitiert hat.”

Die Liste seiner offensiven Partner auf dem linken Flügel ist stattlich. Shervin Radjabali-Fardi (eigentlich als Back-up des Verteidigers geholt), Reinhold Yabo, Marco Stiepermann, Manuel Junglas und Alper Uludag traten in den Feldversuch. „Es ist vielleicht ein bisschen einfacher, sich auf die einzustellen, die einen linken Fuß haben”, sagt Achenbach, „weil die so ticken wie ich.” Andererseits hätten Yabo oder Junglas einen Vorteil, „wenn sie mit rechts nach innen ziehen”. Insgesamt gelte: „Wir sind als Mannschaft deutlich stabiler und selbstbewusster geworden. Und nimmt man das Spiel zuletzt gegen Aue raus, haben wir immer zwei, drei Tore geschossen. Davor waren wir doch froh, wenn wir in einem Spiel überhaupt zwei Chancen hatten.”

Noch eineinhalb Jahre läuft Timo Achenbachs Vertrag, er verlängert sich bei einer Mindestanzahl von Spielen in der kommenden Saison. Zweifel an einem Einsatz Sonntag in Braunschweig gibt es nicht. „Ich fahre mit einem guten Gefühl zur Eintracht. Die haben uns hier geärgert, jetzt wollen wir die ärgern und gewinnen.” Drei Spiele ist Alemannia ungeschlagen, die bislang längste Erfolgsserie mit Friedhelm Funkel. Und: Gegen kein anderes Team hat Aachen eine solch positive Auswärtsbilanz wie gegen Braunschweig. Sechs der sieben letzten Pflichtspiele an der Hamburger Straße gewann Schwarz-Gelb.

Timo Achenbach ist fest vom Klassenerhalt überzeugt. „Weil wir in der Rückrunde deutlich mehr Punkte holen als in der Hinrunde.”

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