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Die Woche im Sport: Prozession der Lahmen

Die Woche im Sport: Prozession der Lahmen

Es ist immer dasselbe. Vor unbedeutenden Länderspielen bricht kurzfristig eine Epidemie aus. Eine Prozession der Lahmen und Fußkranken entsteht.

So kamen dann am Mittwoch in Bremen viele Spieler aus der zweiten und dritten Reihe zum Einsatz. Und auch das Publikum lockt ein namenloser Gegner wie die Spielgemeinschaft Serbien/Montenegro nur zaghaft ins Stadion. Es war eine weitgehend sinnfreie Veranstaltung ohne tieferen Aussagewert. Eingerichtet nur, um den Fernsehvertrag zu bedienen. Die Erkenntnis ist auch beim Verband angekommen.

In zwei Jahren ist der Termin auf dieser Zielgeraden des Ligabetriebs bereits gestrichen. Auf der anderen Seite ist es schon ein wenig entlarvend, wenn der eine oder andere Sportskamerad die Regeneration einem Länderspiel vorzieht. „Immerhin”, so Teamchef Rudi Völler, „waren die meisten, die sich abgemeldet haben, tatsächlich verletzt.” Immerhin. Kein wirklicher Trost.

Die Eishockey-Nationalmannschaft übersteht die WM-Vorrunde. Es ist längst kein Zufall mehr, dass die Kufenflitzer der Abstiegsrunde davonsausen. Das hat bereits Tradition. Der Trainer stapelt zwar notorisch tief, aber die Mannschaft hat das Zeug, mindestens das Viertelfinale zu erreichen.

Selten hat eine Mannschaft die Bundesliga so souverän wieder erklommen wie der 1. FC Köln. Großen Glanz hat der FC trotz einer atemberaubenden Serie nur an ganz hohen Feiertagen verbreitet. Das Team hat nicht die Qualität, ein Spiel zu gestalten. Vermutlich ist deswegen die Ausgangslage in Liga 1 sogar eine bessere, denn das Konterspiel war immer schon eine Stärke der Geißböcke.

Und wieder heißt es Abschied nehmen am Tivoli. Wenn die großen Schecks locken, blickt Alemannia in die Röhre. Es ist schade, dass das eingespielte und erfolgreiche Sturmduo Miroslaw Spizak und Josef Ivanovic den Verein verlässt. Aber es ist folgerichtig.

Der Klub kann nur saniert werden, wenn die Verantwortlichen eine klare Linie in ihren Verhandlungen verfolgen. Und dass müssen dann auch die Vertragspartner akzeptieren. Oder sie ziehen die Konsequenzen und weiter.