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Die Woche im Sport: Es kreist der Geier

Die Woche im Sport: Es kreist der Geier

Rechtzeitig bevor der letzte Formel-1-Grand-Prix abgewunken wird, melden sich die Herrschaften zu Wort. Wie mache ich die Formel Schumi wieder spannend?

Da überrunden sich der Chef des Verbandes, Max Mosley, und Promotor Bernie Ecclestone geradezu mit Vorschlägen. Es muss in Zeiten sinkender Zuschauerzahlen an den Strecken und in den Wohnzimmern eine gewisse Panik herrschen.

Neben einigen sinnvollen Ideen wie die Aufwertung des Freitagstrainings, entstand die törichte Initiative, jeden Fahrer einmal für jeden Rennstall starten zu lassen. Ebenso hätte man auch vorschlagen können, die Piloten rennen zur Abwechslung zu Fuß über den Teer oder starten nur mit drei Gängen.

Es wird so nicht kommen. Man kann nicht jedesmal am Reglement herumschrauben, selbst wenn die Ferrari-Fahrer den Sieg vorher auswürfeln können. Die vorgeschlagene Form des Pferdewechsels wird nicht nur an Versicherungsfragen scheitern.

Der sportliche Ehrgeiz ist auch in Zeiten ungebrochener Ferrari-Dominanz ausreichend, sich dem Wettbewerb zu stellen. „Leistung soll nicht bestraft werden”, sagt selbst Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Recht hat er.

Der Deutsche Fußballbund hat in dieser Woche die Fanfaren des Rückzugs geblasen. Ab sofort will man „bei Werbemaßnahmen Rücksicht nehmen” gegenüber den Vereinen, die auch in diesem Fall von Bayern München angeführt werden.

Ballack macht im Verein Werbung für Audi, posiert im Nationaltrikot vor einem Mercedes. Natürlich ist das einer von vielen Interessenkonflikten der Sponsoren. Auf die Strahlkraft eines Mehmet Scholl oder Oliver Kahn will verständlicherweise weder der eine noch der andere verzichten - ohne finanzielle Abstriche geltend zu machen.

Nur noch auf dem Sponsoring-Feld lassen sich derzeit die Erlöse noch steigern. Da sind weitere Konfrontationen zwischen Verband und Vereinen programmiert.

Über allem schwebt aber wie ein großer Geier eine noch größere Gefahr: Was passiert, wenn die Stars der Branche sich lieber selbst vermarkten als ihre Persönlichkeitsrechte abtreten? Es wäre in Zeiten sinkender Erlöse der nächste GAU.