1. Sport
  2. Fußball
  3. Bundesliga

Die Woche im Sport: Eine Frage der Moral

Die Woche im Sport: Eine Frage der Moral

Formal sind die klugen Köpfe bei Borussia Dortmund auf der richtigen Seite. Nacht- und Feiertagszuschläge für gut verdienende Profis - die Möglichkeit lässt der Gesetzgeber zu.

Zwar hatte der beim Verfassen der Gesetzes-Tafeln eher an schichtarbeitende Krankenschwestern gedacht, aber weil die Vorgaben nicht wasserdicht sind, machen sich die Dortmunder solche Lücken zunutze. Sie sind nicht alleine in ihrem Streben, bei den Volleyball- oder auch Eishockeyspielern ist es gängige Praxis, die Vereinskonten zu Lasten der Staatskasse zu entlasten.

Aber es gibt auch eine moralische Kategorie, und deswegen ist der Gesetzgeber gut beraten, im Nachhinein schnell finanzielle Obergrenzen einzuziehen. Wenn Millionen-Unternehmen wie Dortmund nicht auf die Idee kommen, muss man ihnen eben nachhelfen.

38 Minuten hat Ewald Lienen am Donnerstag gepredigt. In eigener Sache. Herausgekommen ist allerlei Widersprüchliches. Spieler, die letzte Woche noch ein Gütesiegel erhielten, sind plötzlich außen vor. Profis, die in den ersten Partien auf der Tribüne hocken mussten, sind plötzlich Hoffnungsträger. Ein solides Konzept ist da nicht zu erkennen. Vielmehr bricht schon nach dem fünften Spieltag bei Borussia Mönchengladbach ein seltsamer Aktionismus aus. Die Mannschaft wirkt bislang reichlich unsortiert. Eine Kontermannschaft, eine Defensivelf, ein Kombinationsteam? Die Antwort steht noch aus.

Stuttgart hat eine beeindruckende Premiere in der Champions League gespielt. Die Schwaben haben trotzdem Lehrgeld bei den Rangers zahlen müssen. Weil in der Höhenluft eben auch kleinste Unaufmerksamkeiten gnadenlos bestraft werden. Roy Makaay heißt Bayerns Matchwinner gegen Celtic Glasgow. Fast schon als „Flasche des Jahres” abgestempelt, ist er nun der wundertollste Stürmer, den München jemals hatte. Verrückt. Bisher kann man nur sagen, dass der Niederländer auch in München ein Mann für die besonderen Momente bleibt.