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Aachen: Die Woche im Sport: Bayern verliert auch moralisch

Aachen : Die Woche im Sport: Bayern verliert auch moralisch

Wie wunderbar hätte Aachens Aufstieg am letzten Wochenende gepasst. Das Stadion proppevoll, die Region brodelte erwartungsfroh, der Himmel strahlte - schöner hätte der Rahmen nicht sein können.

Die Party platzte. Der Reiz des Spiels ist sein unkalkulierbares Wesen. Es gibt keine verlässliche Prognosen im Fußball generell, und speziell die 2. Liga ist ein rätselhaftes Wesen. Nur durch unerklärliche Fügungen kann Aachen am Sonntag immer noch den Glitzerbetrieb Bundesliga erreichen.

Man kann getrost optimistisch sein, dass die seit 34 Jahren anhaltende unerfüllte Sehnsucht endlich gestillt wird. (Nach fünfjähriger Zugehörigkeit zur 2. Liga kommt es auf eine Woche mehr oder weniger eh nicht mehr an.) Die Ausgangslage kann besser nicht sein, Alemannia kann die Sache ohne fremde Hilfe in die richtigen Bahnen lenken. Und eine Mannschaft auf dem Sprung nach oben sollte auch stabil genug sein, ein abstiegsbedrohtes Team zu besiegen.

Für sich und seinen Verein reklamiert Bayerns Manager Uli Hoeneß immer eine besondere moralische Kompetenz. Kein wichtiges Thema fließt vorbei, das der Marktführer nicht kommentiert. Die Bayern haben in diesen Tagen gewaltig an Glaubwürdigkeit verloren, weil sie eben die Maßstäbe, mit denen sie andere messen, im eigenen Betrieb aus den Augen verloren haben. Die Entlassung von Ottmar Hitzfeld ist sportlich nachvollziehbar, in der Wahl der Mittel aber unwürdig.

Leipzig ist schon im Vorlauf gescheitert, erreicht nicht das Finale der letzten fünf Städte, die die Olympischen Spiele 2012 austragen möchten. Für den Sportstandort Deutschland ist das frühe Aus kein gutes Zeichen. Und etwas sportlichen Rückenwind hätte die Nation sicherlich vertragen können.

Seltsamerweise ist die kleine Region ausgerechnet an den Kriterien gescheitert, die sie national aufs Podest gehievt hatten. Das IOC glaubte nicht daran, dass die infrastrukturellen Voraussetzungen für das Großereignis ausreichen würden. Das klingt nicht so, dass die nationale Kommission ihre Hausaufgaben richtig gemacht hat.