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Saalfelden: Die (Vor)Freuden des Rob F.

Saalfelden : Die (Vor)Freuden des Rob F.

Der Retter, der es schaffte, Borussia in der Ersten Liga zu halten, ist nie so recht für diese mittlere Sensation gewürdigt worden. Und inzwischen auch fast vergessen. Der Mann aber, der Hans Meyers Rettungsaktion beinah zur Mission impossible machte, ist wieder da: Rob Friend.

„Als ich nach meiner Verletzung plötzlich fehlte, haben einige wohl gemerkt, wie schwierig der Job als Stürmer war”, blickt der Kanadier zurück. Ohne Zorn, aber mit Verbitterung. Drei Operationen, der Einbruch während seines Kroatien-Urlaubs in seinem Mönchengladbacher Haus „Sie haben alles mitgenommen, auch mein Auto, Nur den Fernseher haben sie mir gelassen.”

Für den Stoßstürmer war das die schwierigste Zeit in seiner Laufbahn. Für die Mannschaft auch: Die heiße Phase im Abstiegskampf musste Borussia ohne einen echten Torjäger auskommen. Seine erste schwere Verletzung, eine Entzündung an der Ferse, brachte Friend ins Grübeln. „Man ist viel mit sich allein, durchlebt auch einen mentalen Kampf.” Den hat er gewonnen. „Ich bin überglücklich, heute zum ersten Mal wieder auf dem Feld gestanden zu haben.”

Wenn auch noch kein Mannschaftstraining - „Vielleicht klappt das ja am Ende des Trainingslagers” - sondern „nur” Übungseinheiten mit dem Reha-Kollegen Gal Alberman und dem Physiotherapeuten Andreas Blum - der 1,95-Meter-Mann ist einfach nur froh, wieder dabei gewesen zu sein. Zwar ein noch abgesonderter, aber immerhin Teil der Mannschaft. Nun fiebert Friend der neuen Saison entgegen. Und der Zusammenarbeit mit dem neuen Trainer. „Ich bin richtig aufgeregt. Michael Frontzeck geht sehr persönlich mit einem um und bringt viel Frische rein.„

Friends Visionen sind so erdnah wie sein Charakter: „Die Klasse erhalten, mehr Tore machen, mehr Spiele gewinnen.” Und dafür sieht er die richtigen Zutaten vorhanden. „Wir haben 100 Prozent gute und vor allem auch die richtigen Spieler geholt.” Deshalb kann er es auch nicht abwarten, sie am Samstag zum ersten Mal im Test gegen Greuther Fürth zu sehen.

Einen dicken Strich durch die Rechnung kann ihm allerdings seine Frau Mari machen - wenn sie nicht abwartet, vereinbarungswidrig. „Wir haben uns darauf geeinigt, dass unser Sohn erst nach dem Trainingslager zur Welt kommt. Ich bin überzeugt davon, dass sie sich daran hält.” Zur Vorsicht aber hat der Torjäger stets sein Handy in der Nähe...