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Mönchengladbach: „Die Nummer eins am Rhein sind wir”

Mönchengladbach : „Die Nummer eins am Rhein sind wir”

Herrscht denn nicht einmal im Erfolg Ruhe im Borussia-Park? Da gewinnt der Fußball-Bundesligist sein drittes Spiel in Folge, klettert in schwindelerregende Höhen der Tabelle und hat sich satte acht Punkte Vorsprung auf einen Nicht-Abstiegsplatz erarbeitet.

Doch Trainer Horst Köppel wird gefragt, ob er nicht zurücktreten wolle! Auf dem Höhepunkt seines Schaffens nämlich, da mit dem 1:0 gegen den FSV Mainz 05 zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesliga der rheinische Rivale 1. FC Köln in der ewigen Tabelle überflügelt wurde. 1970:1968 Punkte, wow!

Natürlich nahm Köppel die Frage humorvoll auf, natürlich genoss der Fußball-Lehrer den Tag, und natürlich weiß der 57-Jährige, das Tabellenplatz 6 nicht dem Leistungsvermögen seiner Elf entspricht. Denn schon wieder, wie in Köln und gegen Bremen, präsentierte sich die Borussia mit zwei Gesichtern.

Passabel in Halbzeit 1, „da haben wir so gespielt, wie ich mir das vorstelle”, resümierte der Trainer über die keineswegs begeisternden, nicht wirklich guten 45 Minuten zu Beginn. Danach sei der Faden gerissen, er habe den Eindruck gehabt, „nicht Mainz, sondern wir hätten am Donnerstag noch ein UEFA-Cup-Spiel bestritten”.

Warum, wieso, weshalb? Frag nicht nach beim Trainer. „Ich kanns nicht erklären”, sagt Köppel und widerspricht vielen Kollegen. Es sei einfach „Quatsch”, wenn Trainer behaupten würden, sie hätten ihre Spieler wachgerüttelt oder sonst was Tolles angestellt.

„Ich bin ein ehrlicher Trainer, sagt Köppel, „in solchen Phasen kommst du nicht an die Mannschaft ran, die muss sich da selber rausziehen.” In Köln und gegen Bremen schaffte es das Team mehr oder weniger erfolgreich nach dem Seitenwechsel, gegen Mainz gabs das Kontrastprogramm. Anfangs ein bisschen hui, später pfui. Aber mit positivem Ausgang, „denn im letzten Jahr hätten wir noch das 1:1 kassiert”.

Nicht nur in Thomas Broich kroch die Erinnerung ans vermaledeite letzte Spieljahr hoch, als Mainz und andere in letzter Sekunde noch im Borussia-Park trafen. Diesmal hielt die Borussia mit Dusel, dank Latte (bei Rumans Kracher/87.) und dem brillanten Torwart Kasey Keller das 1:0, das mit seinem zweiten Saisontor Ze Antonio nach einem Eckball von Oliver Neuville erzielt hatte (32.).

Der derzeitige Erfolg gibt natürlich Horst Köppel recht, der noch einmal die ausgebrochene Hektik im Umfeld nach dem desaströsen Auftritt in Köln als vollkommen überflüssig und fehl am Platz geißelte. Seitdem sind sechs Halbzeiten gespielt und neun Punkte verteilt worden.

Das reicht für Platz 6 in der Liga und macht die Fans glücklich. Vor 17 Tagen am Boden zerstört, jetzt obenauf. „Die Nummer eins, die Nummer eins, die Nummer eins am Rhein sind wir”, wurde schon lange nicht mehr gesungen in Gladbach.

Die Fans sollen, dürfen, müssen die Jetzt-Situation einfach genießen - es genügt das Beispiel 1. FC Köln vor 17 Tagen. Obenauf, die Nr. 1 am Rhein und in der ewigen Tabelle noch klar vor der Borussia.

Dort liegt noch weit vor der Borussia der VfB Stuttgart (92 Zähler besser). Ob Jeff Strasser, der nach seiner Auswechslung von Debütant Marvin Compper prima vertreten wurde, am übernächsten Samstag dort wieder mitwirken kann, ist fraglich. Der Luxemburger zog sich eine starke Knieprellung und eine Dehnung des hinteren Kreuzbandes zu.