Aachen: Die erste Korsettstange eingezogen

Aachen: Die erste Korsettstange eingezogen

Auf dem elften Tabellenplatz rangiert NEC Nijmegen aktuell in der niederländischen Ehrendivision. In den letzten zwei Jahren stand am Saisonende der 13. und der elfte Platz zu Buche.

„Ich suche Erfahrungen in einem interessanten ausländischen Wettbewerb und das nicht allzuweit weg von den Niederlanden”, erklärte Aachens jüngster Neuzugang Bas Sibum, der nach dreieinhalb Jahren bei NEC nicht mehr verlängert hat.

Das Spiel, das der 28-Jährige nach der Unterschrift unter den Zweijahres-Vertrag am Tivoli gesehen hat, dürfte nicht die schlechteste Empfehlung sowohl für die Liga als auch für den neuen Klub des zentralen defensiven Mittelfeldspielers gewesen sein.

„Glückwunsch. Die Alemannia hat nach vorne richtig guten Fußball gespielt und hat eine ausgesprochen starke Offensive”, musste auch Oberhausens Trainer Theo Schneider Lob zollen, nachdem seine Mannschaft mit 0:4 am Tivoli eingegangen war.

2011 erstmals ohne Gegentor

Zwei Tore von Benny Auer (14. und 71. per Foulelfmeter), zwei weitere von Zoltan Stieber (51., 66.), zu denen Alper Uludag jeweils die Vorarbeit geleistet hatte, ließen der zeitweise überforderten Defensive der selbsternannten „Malocher-Mannschaft” aus dem Ruhrgebiet keine Chance.

Doch auch die Defensive der Schwarz-Gelben hielt stand, trotz eines Patzers von David Hohs im Tor und des verletzungsbedingten Ausfalls von Tobias Feisthammel, der heute per Kernspin untersucht wird. Schon kurz nach Spielende hatte sich der Verdacht auf eine Knochenverletzung zum Glück nicht bestätigt.

„Es ist wichtig, dass wir im Jahr 2011 mal ohne Gegentor geblieben sind”, stellte auch Trainer Peter Hyballa erleichtert fest. Das letzte „zu Null” schaffte die Alemannia gegen den kommenden Gegner Fortuna Düsseldorf am 16. Spieltag, so dass sich der Kreis von der Hinrunde zur Rückrunde fast geschlossen hat. Ohnehin musste die Mannschaft von Trainer Hyballa nur in drei Pflichtspielen keinen Gegentreffer hinnehmen (in Berlin beim Aufsteiger Hertha BSC und gegen Paderborn). Dass im Schnitt 3,5 Tore pro Alemannia-Partie fielen, ist also sicher nicht nur der beeindruckenden Offensive zu verdanken.

Mit der Verpflichtung von Sibum hat Sportdirektor Erik Meijer eine erste Korsettstange eingezogen. Neben der Suche nach einem passenden Stürmer stehen im defensiven Bereich noch die Besetzung der Planstellen für Torwart und Innenverteidiger auf der Arbeitsliste des 41-Jährigen. „Bas Sibum ist ein Spieler, der bei entsprechender Leistung sicher im ersten Spiel der kommenden Saison auf dem Platz stehen wird”, meint Meijer. „Schließlich bringt er die Erfahrung aus fast 200 Ligaspielen in Holland und aus einigen Uefa-Cup-Auftritten mit.”

Und die neue Aufgabe, die der 28-Jährige in der Zweiten Bundesliga sucht, beschränkt sich nicht darauf, den neuen Kulturkreis und die neue Sprache kennenzulernen, zumal ihm die Stadt Aachen und das Umland bereits aus seiner Zeit bei Roda Kerkrade bekannt sind: „Die Alemannia steht momentan in der Mitte der Tabelle und will in der kommenden Saison mit einigen Verstärkungen, um die Plätze vier, fünf und sechs mitspielen. Für mich ist es eine Herausforderung, daran mitzuwirken, dass das gelingt, und auch noch besser abzuschneiden”, erklärt Sibum entschlossen.

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