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Mönchengladbach: „Die Aachener werden das verstehen”

Mönchengladbach : „Die Aachener werden das verstehen”

Sascha Rösler ist ein Kämpfertyp. Dazu gehört auch, dass man keine Angst hat. Auf dem Platz, und auch bei den Spielchen jenseits des Rasens. Und so macht er nicht mit bei der ansonsten so beliebten „Floskelei”: Der Grund für einen Vereinswechsel sei die „sportliche Herausforderung”.

Die gibt es für den 29-Jährigen natürlich auch. Aber er verschweigt beim Wechsel von Alemannia Aachen zu Borussia Mönchengladbach nicht den Kernpunkt, eine Herausforderung der anderen Art. „Als Profi spielst du maximal bis 35, 36 Jahre. Da muss man das Maximale herausholen, weil man schließlich nicht unbedingt weiß, wie es anschließend weitergeht. Wenn du deutlich mehr verdienst, musst du diese Herausforderung annehmen.”

Der ebenso inflationär wie unreflektiert und stets abwertend benutzte Begriff „Legionär” prallt an seinem Naturell ab. Charakter ist das Zauberwort für Sportdirektor Christian Ziege. „Das hat mit den negativen Erfahrungen der letzten Saison zu tun. Er besitzt Dinge, an denen es bei uns gemangelt hat.” Sascha Rösler ist als Kampf- und Mannschaftsspieler der Gegenentwurf zu den wandelnden Ich-AGs. Sein professionelles Credo: „Ich habe mich in Aachen sehr wohl gefühlt. Aber ich identifiziere mich auch mit dem neuen Verein.”

Das fällt ihm womöglich leichter als in Hoffenheim, wo er noch mehr verdient hätte. Er aber zieht den Neuaufbau beim Traditionsklub vor. „Davon ein Teil zu sein, wovon viele träumen, ist was Besonderes. Und ich bin sicher, dass wir eine gute Mannschaft zusammen bekommen. Bei diesem Projekt dabei zu sein, da habe ich richtig Bock drauf.”

Letztlich sei es eine Bauchentscheidung gewesen. Die auch etwas mit dem Trainer zu tun hat. „Ich kenne ihn schon etwas länger, aus der Entfernung, habe gesehen, wie er mit Paderborn gespielt hat. Zudem ist er Holländer, da weiß man, dass er taktisch hervorragend geschult ist.” Mit diesem Wissen fuhr Rösler zum ominösen Freitagsgespräch nach Stuttgart. „Und das hat noch alles übertroffen. Es hat einfach gepasst - von beiden Seiten.”

Und so bleibt ihm die Mentalität erhalten, die er am Westen so liebt. „Die Wertschätzung eines Fußballers ist anders als etwa im Süden. Hier wirst du auf Händen getragen, woanders als arrogant und geldgierig angesehen. Die Leute gehen auf dich zu, wenn du spazieren gehst und sind nicht neidisch.”

Und so hat er auch die Hoffnung, dass die Spaziergänge auch in Aachen, wo er derzeit noch wohnt, angenehm bleiben. „Ich weiß, dass einige nun sauer sind. Aber wenn die Aachener einmal richtig überlegen, werden sie meine Gründe verstehen.”