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Mönchengladbach: Dick Advocaat fordert Thomas Broich heraus

Mönchengladbach : Dick Advocaat fordert Thomas Broich heraus

Gegen junge Spieler hat Dick Advocaat nichts - grundsätzlich. In bestimmten Situationen aber setzt er lieber auf Routine.

In den Augen von Mönchengladbachs Trainer herrscht bei seinem neuen Arbeitgeber derzeit eine spezielle Situation: „Wir haben keine Zeit, etwas zu versuchen.”

Und so freut es den 57-Jährigen, dass ihm zum Heimspiel heute gegen den Hamburger SV ein weiterer Routinier zur Verfügung steht: Christian Ziege.

Der Linksverteidiger hat die Woche trainiert, steht auf jeden Fall im Kader und wird wahrscheinlich auch auflaufen. „Wenn er sich gut fühlt, mit seiner Erfahrung ...”, kündigt Advocaat an.

Leidtragender wäre Nico van Kerckhoven, der in den letzten Spielen in der Innenverteidigung überzeugte. „Dann wäre Nico draußen”, sagt der Holländer. Ziege-Stellvertreter Jeff Strasser würde zurück in die Innenverteidigung rücken.

Den Part des gelbgesperrten Peer Kluge im linken Mittelfeld übernahm beim richtungsweisenden elf gegen elf am Trainingsmittwoch der Südafrikaner Bradley Carnell.

Damit entscheidet sich Dick Advocaat erneut gegen Thomas Broich, dem er zum wiederholten Male ins Stammbuch schreibt: „Mit 24 ist man kein Talent mehr.”

Offensichtlich geht er mit dem Techniker, der sich in der Rückrunde der letzten Saison erhebliche Meriten verdiente und nach einer Fußverletzung in der Vorbereitung erst langsam wieder in Schwung kommt, wesentlich kritischer um als mit etwa Marek Heinz, der ebenfalls seinem eigentlichen Leistungsvermögen seit Wochen hinterherhinkt.

Die bekannte Größe

„Was Heinz kann, weiß ich, weil er es schon international bewiesen hat.” Broich aber ist für den Trainer eine noch unbekannte Größe.

Abzulesen auch daran, dass er den 23-Jährigen stets ein Jahr älter macht. „Er muss hart arbeiten, nicht nur mitspielen und mittrainieren. Er versucht es, aber versuchen ist nicht genug.”

Schwere Zeiten für den jungen Mann, der mit einem genialen Pass eine komplette Abwehr aushebeln kann und vielleicht auch mal wieder Vertrauen und einen Einsatz von Anfang an braucht.

Doch da steht eben laut Advocaats Plädoyer Borussias besondere Situation vor: „Der Hamburger SV hat drei Punkte mehr als wir. Deshalb müssen wir unbedingt gleichziehen. Wenn wir kein gutes Resultat erzielen, fragen wir nach Schwierigkeiten.”

Die könnten schnell auch Spieler wie den verletzten Milan Fukal bekommen, der sich vor dem Wiedersehen mit seinem Ex-Klub bei der Hamburger Presse ausweinte. Der Verteidiger, bisher nur Edelreservist, muss feststellen, dass der gestrenge Trainer nicht an ihm hängt.

„Wer nicht zufrieden ist, muss weggehen”, verkündet der Holländer ungerührt. Platz benötigt er eh in seinem Kader, spätestens zum Weihnachtsfest.

Zwar bejaht er grundsätzlich die Frage, ob sich ein guter Fußballlehrer nicht dadurch auszeichne, mit dem Vorhandenen eine bessere Mannschaft zu formen. Aber „ich bevorzuge was anderes”. Dann kann Präsident Rolf Königs schon mal die Schatulle öffnen.