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Frankfurt a.M.: Deutsche Fußball Liga kündigt eigene Ausschreibung der TV-Rechte an

Frankfurt a.M. : Deutsche Fußball Liga kündigt eigene Ausschreibung der TV-Rechte an

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat die neue Ausschreibung der Medienrechte an den Spielen der ersten und zweiten Bundesliga offiziell angekündigt.

Das Verfahren beginne Ende Oktober mit dem Versand der Unterlagen an interessierte Marktteilnehmer, teilte die DFL am Dienstag in Frankfurt mit. Eine Registrierung bei der DFL sei bereits jetzt möglich. Die Liga nimmt die Ausschreibung für die Spielzeiten ab 2009 in Eigenregie vor, nachdem das geplante Vermarktungsmodell mit dem Medienunternehmer Leo Kirch am Veto des Bundeskartellamts gescheitert war.

Die DFL hatte am Donnerstag den Vertrag mit Kirch gekündigt. DFL-Geschäftsführer Christian Seifert erklärte, die neue Ausschreibung werde sich an den Vorgaben des Kartellamts orientieren. Das bedeutet, dass die Zusammenfassungen der Spiele am Samstag weiterhin vor 20 Uhr im Free-TV zu sehen sein müssen.

DFL und Kirch hatten mit einer Variante, wonach die Zusammenfassungen erst nach 22 Uhr laufen sollten, auf eine Erlössteigerung durch größere Exklusivität für Pay-TV-Sender gezielt. 500 Millionen Euro pro Saison sollte dieses Modell bringen, derzeit sind es 410 Millionen.

Die Spielpläne und die Vermarktungsmodelle für die Zeit ab 2009 müssen noch konzipiert und beschlossen werden. Am Wochenende wurde bekannt, dass die DFL an Alternativplänen arbeitet, um doch noch eine größere Exklusivität für den Bezahlsender Premiere - aktuell Inhaber der Live-Rechte - zu bewirken.

Demnach könnte die Bundesliga mit einem Spiel am Freitagabend, fünf Partien am Samstag um 15.30 Uhr sowie drei aufeinanderfolgenden Spielen am Sonntag laufen. Mögliche Anstoß-Zeiten dafür wären 13.30 Uhr, 15.30 Uhr und 17.30 Uhr. „Wir müssen innovativ tätig werden”, sagte DFL-Präsident Reinhard Rauball.

Das Kartellamt hatte Ende Juli mitgeteilt, das von DFL und Sirius geplante Modell zur Vermarktung der TV-Rechte genüge nicht den kartellrechtlichen Anforderungen. Die Zusammenfassungen müssten vor 20 Uhr frei empfangbar zu sehen sein, damit die Zuschauer von der zentralen Vermarktung der Rechte profitierten, hieß es.

DFL-Geschäftsführer Seifert sagte am Wochenende, die Liga werde diese Entscheidung zu einem späteren Zeitpunkt „juristisch überprüfen oder auch gerichtlich klären lassen”. Mit der Kündigung des Vertrags zwischen DFL und Sirius ist auch das Modell eines eigenen Fußballsenders vom Tisch, den die beiden Partner aufziehen wollten. „Das Produktionsrisiko ist für die DFL und die Clubs alleine einfach zu hoch”, sagte Seifert. Der Kanal sollte Bezahlfernsehsendern fertige Liveberichte von den Spielen ohne redaktionelle Bearbeitungsmöglichkeit liefern.