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Mönchengladbach: Des Aufstiegs Kern: Achse gut - alles gut

Mönchengladbach : Des Aufstiegs Kern: Achse gut - alles gut

Hans Meyer schwor auf sie: die Achse. Ein Verbund an Führungsspielern, der sich vom Torwart anfangend bis nach ganz vorne in den Sturm zog: Jörg Stiel-Steffen Korell-Peter Nielsen-Arie van Lent. Profis mit fußballerischen und charakterlichen Stärken.

Sie bildeten den Kern, das Rückgrat der Mannschaft, auf das sich die anderen Satelliten-Spieler zurückfallen lassen konnten. Speziell, wenn es einmal nicht so lief.

Damit schaffte Meyer im Jahr 2001 den Wiederaufstieg. Sieben Jahre später hat Borussia zwar einen neuen Trainer. Der aber hat nicht nur niederländische Erfahrungen wie seinerzeit Hans Meyer (bei Twente Enschede), er ist auch Niederländer - und hat sich für das Unternehmen Aufstieg ebenfalls eine Achse zusammengebastelt.

Jos Luhukay aber setzt noch einen drauf: Er verlässt sich auf Abteilungsleiter aus den verschiedenen Mannschaftsteilen: Christofer Heimeroth-Roel Brouwers-Patrick Paauwe-Sascha Rösler-Rob Friend.

Zum Beispiel Rösler, die Nummer 10, die bei Borussia hinter den Spitzen spielt. Nicht als Künstler, sondern als Arbeiter. Und als Relaisstation: Er ist (neben bzw. besser vor Paauwe) der Spezialist für Umschaltsituationen. Dem sich in der Vorwärtsbewegung befindlichen Gegner den Ball abluchsen und sofort den eigenen Angriff einleiten.

Kampfkraft, körperbetontes Spiel, Torgefährlichkeit, speziell auch bei Ablagen des vordersten Abteilungsleiters (Offensive), Rob Friend.

Achse gut, alles gut: So lautet die Devise bei Jos Luhukay. Als der Top-Männer-Verbund nach der Winterpause durch Verletzungen (Brouwers, Paauwe, Rösler) oder Sperren (Friend) auseinandergerissen wurde, krankte prompt das komplette Mannschaftsspiel.

Erst als sie alle wieder da und weitgehend wieder fit waren, erinnerte Borussia - wie zuletzt beim 2:0 in Augsburg - an die Konstanz und Souveränität der Hinrunde. Kernstück der Achse: Patrick Paauwe. Auch für Steffen Korell.

„Das war in Augsburg deutlich zu sehen. Die anderen orientieren sich an ihm. Er redet gar nicht so viel, aber besitzt eine unglaubliche Körpersprache. Er ist immer anspielbereit, spielt selbst in Druck-Situationen ruhig weiter. Das überträgt sich auch auf andere.”

Der heutige Team-Manager sieht Parallelen zur Meyer-Elf. „Es geht bei dieser Achse vor allem ums Organisieren”, sagt der ehemalige Verteidiger. „Jörg (Stiel) hat die Leute rausgeschoben, ich habe die Abwehr organisiert. Wovon besonders auch Marcelo Pletsch profitiert hat, der für mich ein sehr guter, aber eben auch nur ein reiner Abwehrspieler war.

Peter (Nielsen) hatte die freie Rolle, spielte weniger gegen den Mann als etwa vergleichbar Patrick (Paauwe). Und vorne hat Arie (van Lent) das Signal gegeben, wann man draufgehen sollte. Heute ist das Rob (Friend) durch die Art wie er arbeitet und draufgeht.”

Achsen-Spieler machen letztlich auch ihre Nebenleute besser. „Die schauen, wie verhält sich der”, erklärt Korell. Auch außerhalb des Spielfeldes. „Sie müssen Professionalität und Disziplin vorleben. Auch in und außerhalb der Kabine. Und deshalb zählt für mich auch Alexander Voigt dazu.” Meyers Voigt hieß Eberl, Max mit Vornamen, und heute Jugend- und Amateurchef der Borussia.