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Hamburg: Der Platz im Uefa-Cup rückt in weite Ferne

Hamburg : Der Platz im Uefa-Cup rückt in weite Ferne

Auch die letzten beiden Glücksbringer haben ihre Wirkung verfehlt.

Weder die schwarzen Trikots mit den Ringelstutzen noch die Armbanduhr, die Cheftrainer Horst Köppel von seiner Frau zu Weihnachten geschenkt bekommen hatte, hatten irgendeinen positiven Einfluss auf die Auswärtsbilanz von Borussia Mönchengladbach.

Es bleibt, wie es ist: In der Fremde gibt es für die Borussen nichts zu erben, gerade einmal acht Punkte wurden dort gewonnen. Beim Hamburger SV verlor das Köppel-Team mit 0:2 (0:1). Der Uefa-Cup-Platz ist damit in weite Ferne gerückt.

In Hamburg war mehr drin für die Borussia. Gegenüber dem Auswärtsspiel in Kaiserslautern zeigte sich der VfL deutlich verbessert. „Vor allem mit der spielerischen Leistung in der zweiten Halbzeit war ich heute zufrieden. Letztlich ist aber schon enttäuschend, dass wir hier verloren haben. Wenn wir aber in Leverkusen an diese Leistung anknüpfen können, ist mir nicht bange”, sagte Köppel, der Filip Daems auf der Linksverteidigerposition das Vertrauen geschenkt hatte. Für ihn rückte Marcell Jansen auf die halblinke Position im Dreier-Mittelfeld. Vorne versuchten Kahé, Oliver Neuville und Nando Rafael, Lücken in die HSV-Viererkette zu reißen.

Das gelang zu Beginn der Partie nur sporadisch. Der HSV bestimmte die Anfangsphase und kam in der 9. Minute durch Benjamin Lauth zu seiner ersten guten Torchance. Kasey Keller im Gladbacher Tor parierte Lauths Volleyschuss jedoch glänzend. Sechs Minuten später hatte Ailton die Hamburger Führung auf dem Fuß. Sein Schuss landete aber zuerst am Innenpfosten und danach in den Armen von Keller.

Mitte der ersten Halbzeit fanden die Gäste zunehmend besser in die Partie. Zuerst kam Kahé gegen Boulahrouz (19.) einen Schritt zu spät, sechs Minuten später klärte HSV-Torhüter Sascha Kirschstein einen Flachschuss von Nando Rafael zur Ecke. Gerade als die Borussia immer mutiger zu werden schien, schlugen die Gastgeber zu.

Nach einem Foulspiel von Keller an Barbarez entschied Schiedsrichter Knut Kircher zu Recht auf Foulelfmeter. HSV-Spielmacher Rafael van der Vaart (34.) verwandelte den Strafstoß sicher zum 1:0. Glück hatten die Borussen wenige Sekunden vor der Pause, als Kircher sich nicht traute, ein klares Foulspiel von Jeff Strasser an Mehdi Mahdavikia mit einem weiteren Elfmeter zu ahnden.

Viel Stückwerk

Nach der Pause erarbeiteten sich die Borussen zwar ein optisches Übergewicht, zwingende Torchancen resultierten daraus allerdings nicht. Der Wille, dem Spiel noch einmal eine Wende zu geben, war bei den Gästen zweifelsfrei vorhanden, nur an der Umsetzung haperte es. Vieles blieb Stückwerk; Gladbach kam über Ansätze nicht hinaus.

Genau genommen besaß der VfL in der gesamten zweiten Halbzeit nur eine halbwegs vernünftige Torchance. Oliver Neuvilles Schuss (63.) wurde aber von Boulahrouz geblockt. Gegen eine immer stärker aufrückende Gladbacher Mannschaft nutzte der kurz zuvor eingewechselte Naohiro Takahara in der Nachspielzeit einen Konter zum 2:0.

„Bei uns hat die letzte Entschlossenheit gefehlt. Wenn wir aber so weiter spielen, sind wir einem guten Weg”, sagte Marcell Jansen. Am Samstag in Leverkusen bietet sich ihm und seinen Mitspielern die Gelegenheit, diese Behauptung unter Beweis zu stellen. Vielleicht sollten bis dahin aber noch weitere Talismane gefunden werden.