1. Sport
  2. Fußball
  3. Bundesliga

Köln: Der FC zittert sich wieder an die Spitze

Köln : Der FC zittert sich wieder an die Spitze

Der 1. FC Köln zittert sich wieder an die Spitze und stolpert in Richtung Bundesliga. Nach der dürftigen Vorstellung beim 1:0 (1:0)-Sieg gegen die SpVgg Unterhaching lösten die „Geißböcke” den MSV Duisburg als Nr. 1 der 2. Liga ab und stehen mit nun acht Punkten Vorsprung auf Rang 4 ganz dicht vor dem Aufstieg.

Doch die 35.700 Zuschauer waren wenig angetan von ihrer Mannschaft.

Umgepflügter Rasen

Ganz schön flott, aber häufig auch ungenau ging es auf dem Rasen, den die Kölner Footballer am Wochenende so richtig umgepflügt hatten, zur Sache. Und von Beginn an auf beiden Seiten nach vorne. Dabei merkte man der FC-Formation an, dass sie gegenüber der 0:1-Niederlage von Ahlen auf fünf Positionen verändert werden musste.

Nach Kostas Konstantinidis, Andrew Sinkala (beide gesperrt), Vasilieios Tsiartas und Carsten Cullmann (Leistenzerrung) musste Trainer Huub Stevens auch noch auf seinen Stammkeeper Alex Bade verzichten, der sich am Montagvormittag im Mannschaftshotel mit Rückenproblemen abmeldete. Also mussten Stefan Wessels, Christian Springer, Lukas Sinkiewicz, Christian Lell und Christian Rahn ran.

Der Wille war vom Anpfiff an zu spüren, aber außer einer Großchance für Lukas Podolski, der nach 55 Sekunden die Kugel aus sechs Metern neben das Hachinger Tor schob, blieb es bei Absichten. Erst das 1:0 durch Matthias Scherz elften Saisontreffer (22.) wurde es auch spielerisch anspruchsvoller.

Der Stürmer, wie Rahn nach der jeweils fünften Gelben Karte in Aue am kommenden Montag nicht dabei, schloss einen schnellen Angriff durch die Mitte über Voigt und Podolski ab.

Doch vorher waren die Gäste wesentlich gefährlicher. So vergab Thomas Sobotzik (8.) aus sieben Metern, traf Francesco Copado, ansonsten bei Fabio Bilica gut aufgehoben, nach einer Ecke nur die Latte (18.), und verpasste Ivica Majstorovic eine Hereingabe von Carsten Sträßer hauchdünn.

Je länger die Partie dauerte, desto größer wurden die Kölner Probleme im Spielaufbau. Das gepflegte Kurzpassspiel zauberte da schon eher Haching auf den „Rasen”, und nur die tabellarische Situation gab Aufschluss darüber, wer um den Aufstieg und wer gegen den Abstieg kämpft. Huub Stevens wars egal am Ende, denn „jetzt geht es nur um Effektivität. Wir müssen nicht auch noch schön spielen. Hauptsache wir haben die drei Punkte.”

Die Kreativabteilung des FC hatte kaum etwas zu bieten. Die Unmutsbekundungen des zahlenden Publikums wurden immer lauter, was Alexander Voigt nicht sonderlich störte. „Es soll keine Entschuldigung sein, aber man muss sich hier nur mal den Platz anschauen. Da war guter Fußball nicht möglich. Aber mir ist das so was von egal, denn wir sind jetzt Tabellenführer.”

Lediglich der gut funktionierenden Abwehr war es zu verdanken, dass die Offensivbemühungen der Bayern ohne Erfolg blieben. Rechnerisch ist Köln ganz nahe an der Bundesliga, doch leistungsmäßig - zumindest am Montag - Lichtjahre von Erstliganiveau entfernt. Stürmer Albert Streit gab zum Schluss noch einmal das allgemeine Kölner Fazit zum Besten: „Egal wie, die drei Punkte mussten her.”