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Gelsenkirchen: Der FC schluckt auf Schalke die nächste bittere Pille

Gelsenkirchen : Der FC schluckt auf Schalke die nächste bittere Pille

Der 1. FC Köln kassiert einen Nackenschlag nach dem anderen. Zum dritten Mal gut gespielt, zum dritten Mal unglücklich verloren.

Auch bei Schalke 04 gabs nachher viel Lob für den Aufsteiger, aber bei der 1:2 (0:1)-Niederlage wieder keine Punkte.

„Wenn Frank Rost heute nicht so stark gespielt hätte, hätten wir nicht einmal ein Unentschieden erzielt”, atmete Schalkes Trainer Jupp Heynckes nach dem ersten Saisonsieg der Gastgeber auf. „Die Kölner haben richtig guten Fußball gespielt.”

Große Laufbereitschaft, viel Engagement in den Zweikämpfen, aber in einer entscheidenden Szene ohne Ordnung in der Abwehr: Der FC brachte sich am Sonntag in der Schalker Arena selbst um die Früchte des Erfolges.

Als Nico van Kerckhoven 180 Sekunden vor der Pause von links auf den langen Pfosten flankte, waren weder Tomasz Klos noch Oliver Schröder im Bilde. Ebbe Sand legte den Ball mit der Brust auf Victor Agali auf, der aus zum 1:0 vollstreckte.

Bis dahin hätte es für die „Geißböcke” allerdings schon besser aussehen können. Carsten Cullmanns Kopfball (11.) flog knapp am Tor vorbei, und innerhalb von 60 Sekunden hätte Andrej Voronin für einen komfortablen FC-Vorsprung sorgen können.

Nach einem langen Pass von Dirk Lottner verlud der Ukrainer den S04-Kapitän Tomasz Waldoch, schob den Ball aber am Tor vorbei (32.). Dann tauchte Voronin erneut frei vor Frank Rost auf, schob den Torwart diesmal aber die Kugel in die Arme (33.).

Bis dahin hatten die Gastgeber lediglich eine gute Szene gehabt, als Agali sich zum ersten Mal gegen Klos, der ein gelungenes Debüt im FC-Trikot gab, durchsetzen konnte, aber am langen Eck vorbei zielte.

Nach Wiederanpfiff überschlugen sich die Ereignisse. Zunächst versenkte FC-Kapitän Dirk Lottner einen Freistoß aus 18 Metern zum Ausgleich im Schalker Tor (51.), dann reduzierte Schiedsrichter Wolfgang Stark das Kontingent auf je neun Feldspieler.

Jochen Seitz trat Jörg Heinrich, der revanchierte sich. Beide sahen Rot. „Die Roten Karten waren überzogen”, bewertete FC-Trainer Friedhelm Funkel diese Situation. Die beiden Sünder sahen es genauso wie Funkel. Im dritten Spiel war es allerdings die zweite Rote Karte für den FC - eine beängstigende Bilanz.

Köln war bei seinen Kontern danach gefährlicher als Schalke, das nur gelegentlich Druck aufbauen konnte. So stand Marius Ebbers zweimal frei vor Rost, der die Gastgeber aber vor dem Rückstand bewahrte.

Als alles auf ein schiedlich-friedliches 1:1 hinauslief, kam doch noch der bittere K.o. für die Kölner. Nachdem Ebbers in der 90. Minute die Gelb-Rote Karte gesehen hatte, dauerte es bis zur 123. Sekunde der Nachspielzeit, ehe Hamit Altintop abzog, Markus Happe abfälschte und Schalke über den glücklichen 2:1-Erfolg jubeln durfte. Und der FC ist um die dritte bittere Erfahrung reicher.

„Alles, was meine Mannschaft hier gezeigt hat, war erstklassig”, streichelte Funkel die geschundene Psyche seiner Spieler. „Nur die Kaltblütigkeit vor dem Tor fehlte. Jetzt wird es personell ganz eng am Dom. Funkel: „Jetzt darf nichts mehr passieren.”

Zwar werden am Samstag gegen Borussia Dortmund Thomas Cichon und Alex Voigt wieder zur Verfügung stehen, aber mit den gesperrten Heinrich, Moses Sichone, Ebbers sowie den Verletzten Sebastian Schindzielorz und Mustafa Dogan fehlen fünf Akteure aus der Stammbesetzung.

Doch auch das bereitet Manager Andreas Rettig keine schlaflose Nacht: „Wir bleiben ruhig und lassen uns die guten Leistungen nicht klein reden.”