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Köln: Der FC-Fan im Aufstiegs-Rausch

Köln : Der FC-Fan im Aufstiegs-Rausch

Der 1. FC Köln im siebten Fußball-Himmel, der geneigte FC-Fan im Aufstiegsrausch. Die Aufstiegsparty stieg spontan. Nichts war geplant.

Weil Friedhelm Funkel sich jede vorzeitige Feierlichkeit verbeten hatte. Die Post ging dennoch ab Montag am späten Abend im „Geißbockheim”, dem Domizil des 1. FC Köln, der seit Montagabend die Hausaufgaben in Sachen Wiederaufstieg gemacht hat.

Mit dem 2:1 (2:0) gegen den abstiegsbedrohten FC St. Pauli ist für den unangefochtenen Spitzenreiter der 2. Fußball-Bundesliga die zweite Rückkehr ins Fußball-Oberhaus nach dem Jahr 2000 vier Spieltage vor Saisonende perfekt.

Die Treffer von Carsten Cullmann (18.) und Francis Kioyo (24.), bei einem Gegentor von Fabian Gerber (52.), ließen die Südtribüne beben: „Nie mehr zweite Liga”, skandierten die Fans im mit 30 500 Zuschauern ausverkauften RheinEnergieStadion schon vor, erst recht aber nach dem Abpfiff einer vor allem im ersten Spielabschnitt zuweilen ruppigen Partie, in der die Gastgeber im zweiten Spielabschnitt noch um den Sieg zittern mussten.

„FC, jeff Jas”, hatte Wolfgang Niedecken, Chef der Kölner Kult-Band BAP, vor der Partie die neue, dritte Version seines „Geißbock”-Songs vorgestellt. Daran hielten sich die Jungs von Trainer Friedhelm Funkel zunächst.

Ein Kopfball-Aufsetzer von Torjäger Matthias Scherz sollte die erste Warnung an die Paulianer sein. Das Spielgerät flog über das Tor. Carsten Cullmann machte es nach 18 Minuten besser, war nach einer Lottner-Ecke den Bruchteil einer Sekunde eher am Ball als der Hamburger Keeper Heinz Müller und vollendete zur Führung.

Müller musste nach dem Zusammenprall mit dem Torschützen verletzt ausgewechselt und mit Verdacht auf Rippenbruch ins Krankenhaus gebracht werden. Ersatzmann Tihomir Bulat hielt seinen Kasten nur sechs Minuten sauber: Eine Ecke von Dirk Lottner war Ausgangspunkt für den zweiten FC-Treffer, den Francis Kioyo aus dem Gewühl heraus im Netz versenkte.

Die Feierlichkeiten im Stadion nahmen längst ihren Lauf. Erst recht, als Christian Springer fast das 3:0 markierte (35.). Doch er scheiterte genauso wie wenig später erneut Kioyo, dessen Schuss Bulat mit einem Reflex zur Ecke lenkte.

Nach dem Wechsel blieb der 1. FC Köln Herr im eigenen Haus, verlor allerdings dann den Faden, was St. Paulis Trainer-Sprössling Fabian Gerber zum Anschlusstreffer nutzte. Zu mehr reichte es für die Elf von Franz Gerber trotz aller Anstrengungen nicht mehr. Dem FC wars egal - „Bundesliga, wir kommen”, brüllten sie auf der Südtribüne, ehe sich die FC-Karawane aufmachte - Richtung Geißbock-heim . . .