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Köln: Der 1. FC Köln zum Genießen

Köln : Der 1. FC Köln zum Genießen

Trotz dreier Abstiege aus der Fußball-Bundesliga steht der 1.FC Köln wirtschaftlich nicht mit dem Rücken zur Wand. „Wir sind einer der wenigen Vereine, die schuldenfrei sind”, betont Claus Horstmann. „Das spricht für ordentliche Arbeit.”

Der Kaufmann ist in der Geschäftsführung der 1. FC Köln GmbH&Co. KG aA für diesen Bereich verantwortlich. Am Donnerstag wird er den Mitgliedern bei der Jahreshauptversammlung im Messezentrum die finanzielle Bilanz des sportlichen Scheiterns in der Erstklassigkeit präsentieren.

Horstmann stellt fest: „Die Zahlen sind in Ordnung.” 10.000 Euro Gewinn bei einem Umsatz von 34,9 Millionen Euro. „Der Abschluss zeigt, wie wichtig es ist, flexible Verträge für Bundesliga und zweite Liga zu haben.”

Der 39-Jährige ist seit genau fünf Jahren „Herr der Zahlen” beim FC. Am Saisonende läuft sein Vertrag aus. „Aber darüber, was nach Juni 2005 passiert, habe ich mir bisher keinerlei Gedanken gemacht.” Braucht er wohl auch nicht. Denn im Gegensatz zu Andreas Rettig, der als Geschäftsführer für den sportlichen Part verantwortlich zeichnet, steht Horstmann außerhalb der Diskussion.

20 Millionen Euro

Bis zum Sommer will er dem FC einen Finanzrahmen verpassen, der es dem Klub ermöglicht, langfristig in der ersten Reihe mitzukicken. „Den Sprung aus der zweiten in die erste Liga und sich dort langfristig etablieren, schafft man nicht aus eigener Kraft”, glaubt Horstmann. „Wir brauchen eine Anschubfinanzierung.” Den zusätzlichen Kapitalbedarf beziffert er auf 20 Millionen Euro.

„Was wir aber nicht suchen, sind Vorgriffe auf die Zukunft”, führt Horstmann aus. „Wir werden keine Finanzstrukturen wie Schalke und Dortmund wählen. Denn die wären nur Wechsel auf die Zukunft.” Und noch eines rückt Horstmann gerade: „Ich würde nie eine Fußball-Aktie öffentlich an der Börse platzieren.”

In diesem Zusammenhang fällt immer wieder der Begriff des Genussgutscheines. Ein Zwischending zwischen Optionsschein und Anleihe. Horstmann erklärt: „Ein Genussgutschein ist ein Vorschuss eines Geldgebers und bietet den Vorteil, dass er kapitalbildend ist. Der, der investiert, geht mit ins Risiko.” Bei einer geringen Grundverzinsung winken dem Investor Gewinne, wenn sich sportlicher Erfolg einstellt. Im deutschen Fußball ist der FC bisher als einziger Verein in dieser Richtung tätig geworden. Bei zwei Partnern wurden für je 2,5 Millionen Euro Genussgutscheine platziert. Weitere fünf Millionen Euro sollen folgen.

Etat an der 50-Millionen-Grenze

Die fehlenden 15 Millionen Euro zur Anschubfinanzierung im Erfolgsfall sollen durch Sponsoren und einen strategischen Partner aufs Konto fließen, damit der Etat dann die 50-Millionen-Grenze erreicht. „Vorausgesetzt wir steigen auf, dann müssen wir die Mannschaft ergänzen und auch in der Lage sein, im zweiten, im dritten und im vierten Jahr nachzulegen, um uns langfristig in der Bundesliga etablieren zu können”, sagt Horstmann.