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Offenbach: Daum feiert das 3:1 und seine Maßnahmen

Offenbach : Daum feiert das 3:1 und seine Maßnahmen

Als das Werk vollbracht ist, schält sich Christoph Daum aus dem schicken roten Polsterstuhl am Spielfeldrand, applaudiert seinen Spielern und klatscht sich mit Co-Trainer Roland Koch ab. Mit 3:1 hat sein 1. FC Köln soeben bei Kickers Offenbach gewonnen.

In der 2. Fußball-Bundesliga gelingt den Geißböcken damit der Sprung auf Rang drei - ein wirklich guter Grund für die Spieler zu einem kleinen Freudentänzchen mit den 3000 mitgereisten Fans auf dem Bieberer Berg. „Heute habe ich sehr viele positive Dinge gesehen”, freut sich Daum: „Das war eine überzeugende Mannschaftsleistung.”

Knapp 90 Spielminuten zuvor hatte das noch ganz anders ausgesehen. Denn die Partie begann bitter für die Gäste. In der 2. Minute ließ sich Kevin Pezzoni auf der linken Seite überlaufen, der Ball landete bei Thorsten Judt, der mit einem sehenswertem Volleyschuss zum 1:0 einnetzte.

Aber die Kölner reagierten, sie erarbeiteten sich Chance um Chance. Allein Rückkehrer Milivoje Novakovic - für ihn musste Nemanja Vucicevic zunächst zuschauen - vergab zwei Mal (2./25.). Und auch der angreifende Innenverteidiger Kevin McKenna, der diesmal neben dem Slowenen stürmte, hatte die Führung auf dem Kopf (10.).

Wie gut, dass Roda Antar an diesem Nachmittag das beste Beispiel für den berühmten „geplatzten Knoten” lieferte. Der Libanese, dem gegen Wehen Wiesbaden am vergangenen Sonntag mit seinem ersten Treffer für den FC per Fallrückzieher das Tor der Woche gelungen war, spielte stark und traf gleich wieder.

Nach einer Ecke von Ümit Özat schraubte er sich hoch und köpfte den Ball unhaltbar ins lange Eck. „Nach seinem ersten Tor ist ihm eine Zentnerlast von den Schultern gefallen”, erklärte Christoph Daum, der sich spätestens ab Minute 52 relativ entspannt in seinem Polsterstuhl zurücklehnen konnte.

Nach einem langen Pass von Aleksandar Mitreski verschätzte sich der Ex-Kölner Moses Sichone. FC-Stürmer Patrick Helmes behauptete so den Ball nicht nur, sondern erhöhte zum 2:1. In der 74. Minute profitierte schließlich auch Milivoje Novakovic vom gesteigerten Selbstvertrauen des Roda Antar. Nach einem Zuckerpass des Mittelfeldmannes stellte der zuletzt kritisierte Slowene den 3:1-Endstand her - sein 18. Saisontor.

Eitel Sonnenschein herrscht für „Nova” nun allerdings nicht. „Ich respektiere, dass der Trainer mich auf die Bank setzt, aber nicht, was er über mich gesagt hat. Mein Leben ist ganz normal”, erregt sich Novakovic: „Aber jetzt haben wir gewonnen, da sind eh alle glücklich.”

Da Christoph Daum rein gar nichts über den bisweilen an Disziplinproblemen leidenden Stürmer gesagt haben will, bleibt die Kritik des Profis wohl folgenlos; außer dem Hinweis des Trainers, dass er auch künftig für seine Spieler ab und zu eine „väterliche Rolle” einnehmen will. „Ich freue mich, dass unsere Maßnahmen gegriffen haben”, weist Daum lieber auf das Kurztrainingslager im Dorint-Hotel hin, das sich künftig wiederholen könnte.

Einziger Kritikpunkt an diesem gelungenen Spieltag für den FC sind die zahlreichen vergebenen Torgelegenheiten. Vor allem Patrick Helmes setzte sich sich zwar oft in Szene, war im entscheidenden Moment allerdings zu eigensinnig oder zu ungenau im Abschluss. Aus seinem Polsterstuhl riss Daum das nicht. Im Gegenteil: „Wie schön, dass unsere Tore jetzt auch aus dem Mittelfeld kommen.”