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Aachen/Essen: Das Projekt „volle Pulle”

Aachen/Essen : Das Projekt „volle Pulle”

„Es gab nicht viele Mannschaften in dieser Saison, gegen die wir so chancenlos waren”, hatte Essens Trainer Jürgen Gelsdorf nach dem aussichtslosen Spiel gegen Alemannia Aachen festgestellt.

Es war eine der letzten Erkenntnisse, die er als Mitarbeiter des enorm abstiegsgefährdeten Klubs gewinnen konnte. Wenige Stunden nach dem 0:2 wurden ihm die Entlassungspapiere in die Hand gedrückt. Uwe Neuhaus, bislang Borussia Dortmunds Amateure, bekam das Mandat mit dem schwierigen Auftrag „Klassenerhalt”.

Begegnungen mit Alemannia können für gefährdete Trainer durchaus finalen Charakter haben. Nach Ede Geyer (Cottbus) und Rudi Bommer (1860) war Gelsdorf bereits der dritte Übungsleiter, der nach einer Niederlage gegen Aachen vorzeitig aus dem Dienst schied.

„Die Spieler haben gut zugehört und unsere Ideen umgesetzt”, war Aachens Trainer Dieter Hecking nach dem imponierend-souveränen Vortrag durchaus angetan. Die zweitstärkste Auswärtself der Liga hinterließ einen starken Eindruck. „Das war sehr wichtig vor den schwierigen nächsten Auswärtsspielen.”

Seit sechs Spielen ist die Mannschaft ungeschlagen, eine solche Bilanz hat es in diesem Jahrtausend noch nicht gegeben, berichten Statistiker.

So bleibt der Aufstieg auf dem Radarschirm. Gleich nach Spielende gründete Hecking das Projekt „volle Pulle”. Für den Saisonausklang gilt die griffige Forderung: „Vier Spiele, vier Siege.”