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Wolfsburg: Das Kölner „Murmeltier” heißt diesmal Oliver Schröder...

Wolfsburg : Das Kölner „Murmeltier” heißt diesmal Oliver Schröder...

Es war ein Abgang mit Symbolcharakter. Ohne irgendeinem der wartenden Reporter und Journalisten Rede und Antwort zu stehen, eilte Wolfgang Overath sichtlich bedient aus dem Wolfsburger Stadion und machte sich auf den Heimweg.

Der frisch inthronisierte „Berater des Präsidiums”, der allzu gerne als Lichtgestalt des 1. FC Köln dem kriselnden Klub den Weg aus dem dunklen Tunnel Richtung Fußball-Zweitklassigkeit gewiesen hätte, hat - wie von vielen erwartet - den wohl vorbestimmten Gang der Diva aus Deutschlands Eliteliga nicht auf Anhieb aufhalten können.

Es wäre auch verwunderlich gewesen, hätte die FC-Ikone durch seine bloße Anwesenheit und eine motivierende Ansprache in der Kabine vor dem Anpfiff der Partie beim VfL Wolfsburg eine entscheidende Wende herbei führen können. „Overath kann keine Tore schießen”, bemerkte Kapitän Dirk Lottner deprimiert aber vielsagend. Nach dem 0:2 gegen die Niedersachsen und nun acht Punkten Rückstand auf den 15. Tabellenplatz ist das „Unternehmen Klassenerhalt” für die Realisten unter den rot-weißem Sympathisanten endgültig gescheitert.

„Wenn wir keine Tore erzielen, können wir nicht gewinnen”, resümierte FC-Trainer Marcel Koller und zielte damit auf einen der beiden ursächlichen Gründe, warum Köln das Tabellenende schmückt. Ob beispielsweise Matthias Scherz (24.), Albert Streit (61.) oder Markus Feulner (63.) - wer den Ball trotz erstklassiger Einschussgelegenheiten nicht im gegnerischen Tor unterbringt, dem ist nicht zu helfen. Ein Fazit, das sich wie ein roter Faden durch die Spielzeit zieht.

Wo es doch die Gegner, ob sie nun Kaiserslautern, Schalke, Dortmund, 60 München oder jetzt Wolfsburg heißen, dem FC in schöner Regelmäßigkeit vormachen. „Wir haben gut begonnen und sind dann bei der ersten Chance des Gegners gleich in Rückstand geraten. Das ist bitter”, heißt es in der Analyse des Trainers. Womit wir beim zweiten Hauptgrund für die prekäre Lage sind. Unter dem Motto „Und täglich grüßt das Murmeltier” hat in jeder Begegnung ein Kicker zumindest einen kapitalen Aussetzer. Diesmal war es Oliver Schröder, der in der 30. Minute im entscheidenden Moment gegen Diego Fernando Klimowicz patzte.

Was nützt es da, dass die Gäste die Partie weitgehend offen gestalten konnten und zum Teil sogar mehr vom Spiel hatten? Dass Markus Feulner in seinem ersten Einsatz von Beginn an für Belebung im Mittelfeld sorgte? Wer nicht in den beiden Strafräumen die entscheidenden Akzente setzt und zudem Standardsituationen - wie am Sonntag wiederholt dargeboten - derart kläglich versemmelt, darf sich nicht wundern, wenn er am Ende mit leeren Händen da steht. Marko Topics 2:0 (84.) hat dabei nur noch statistischen Wert.

Neuer Vertrag für Voigt

Die Statistik dürfte auch Alexander Voigt interessiert haben. Durch seinen 17. Einsatz in dieser Saison verlängert sich sein Vertrag automatisch um ein Jahr. Und der gilt auch für die 2. Liga. Dort ist der FC und damit auch Wolfgang Overath, der eingekeilt von Präsident Albert Caspers und Manager Andreas Rettig die 90 Minuten auf der Tribüne verfolgt hatte, spätestens seit Sonntag angekommen. Mit zumindest einem Vorteil: Nun kann die Zukunft geplant werden - eingleisig für die 2. Liga.