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Mönchengladbach: „Das haben sie nicht verdient”

Mönchengladbach : „Das haben sie nicht verdient”

Wahrhaft standesgemäß verabschiedete sich Borussia Mönchengladbach aus der Ersten Liga. Torlos und mit einer Niederlage. 0:2 gegen den VfL Bochum. Die Zuschauer pfiffen bereits vor der inzwischen beinah traditionellen Pleite, als sechs Profis verabschiedet wurden.

Lediglich Peer Kluge und Kasey Keller erhielten verdienten Applaus. Auch wenn 50.000 noch einmal in den Borussia Park pilgerten, nach der wochenlangen Quälerei mag man die Protagonisten eigentlich nicht mehr sehen. „Ich bin froh, dass die Saison gelaufen ist”, stöhnt nicht nur Jos Luhukay.

Mit den zuletzt indiskutablen Leistungen erhöhten die Rauten-Träger sicherlich nicht die Reputation ihres Trainers. Wie sehr hat dessen Image gelitten? „Das müssen andere entscheiden”, sagt der Niederländer. „Ich bin froh, dass die Saison vorbei ist. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass man hinter mir steht. Wir gehen zusammen in die Zweite Liga.” Und erst dann ist Luhukay bereit, sich vollends auf den Prüfstand zu stellen. „Wenn ich den Kader zusammengestellt habe, lasse ich mich gerne beurteilen.”

Zuvor aber muss er sich noch vier Mal quälen - bei den vier Trainingseinheiten bis zum „Finale” am Freitagmorgen. Ausklang mit netten Spielchen und viel Fußball-Tennis? „Das haben die nicht verdient.” Um Bestrafung geht es Luhukay nicht, er denkt voraus. „Vier Wochen Urlaub reichen. Bei fünf Wochen muss man zuviel aufarbeiten.”

Dass er dann fast bei Null wieder anfangen muss, ficht den 43-Jährigen nicht an. „Das ist eine absolute Herausforderung.” Selbst die vermeintlichen und - noch - erwünschten Alt-Pfeiler drohen wegzubrechen. Kasper Bögelund ist zur dänischen Nationalmannschaft abgereist „und hat sich vorher nicht zu uns bekannt”, sagt Luhukay fast lakonisch. Und schätzt auch bei Steve Gohouri die Chancen auf den Verbleib allenfalls noch auf 50:50 ein. Ein nicht von allen guten Geistern, aber von vielen Spielern verlassener Trainer? „Wenn ich ehrlich bin, ich weine ich keinem ein Träne nach. Dafür waren sie zu schwach.”

Er selbst fühlt sich stark genug, das Unternehmen Zweite Liga erfolgreich anzupacken. „Ich habe schon gezeigt, dass ich sehr schnell ein Team formen, ein System vermitteln und offensiven Fußball spielen lassen kann.” Sorgen, mit einer Baby-Gruppe in einer Zweiten Liga auftreten zu müssen, die stärker sein wird als je zuvor, macht er sich nicht. „Ich bin guter Hoffnung. Ich denke, dass mit diesem Kader vieles möglich ist, wenn wir die richtigen Leute dazu holen können.” Sein Plus bei der nun anstehenden Einkaufstour: „Ich habe den Vorteil, die Zweite Liga sehr gut zu kennen. Ich weiß, was gefragt ist.”